Im Kreml hat man die Hoffnung auf ein baldiges Treffen von Wladimir Putin mit dem US-Unterhändler Steve Witkoff geäußert, der nach Erwartungen der russischen Seite den Präsidenten über den Fortgang der Kontakte mit der ukrainischen und europäischen Seite informieren soll. Dies erklärte der Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem Kommentar für russische Medien, wie RBC-Ukraina berichtet. Die Äußerung erfolgte vor dem Hintergrund der Vorbereitungen für Gespräche zur Konfliktregelung, die noch am selben Tag in Norwegen stattfinden.
Kontext: Gespräche in Norwegen
In Norwegen finden am heutigen Tag Gespräche zur Beilegung des Konflikts in der Ukraine statt. Vorliegenden Daten zufolge nehmen daran Vertreter der amerikanischen Seite — Steve Witkoff und Jared Kushner — sowie der finnische Präsident Alexander Stubb und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teil. Genau diese Gesprächsrunde war der Anlass für Journalistenfragen an Peskow über die nächsten Schritte auf der Linie Moskau – Washington.
Peskows Haltung zum Treffen mit Witkoff
Journalisten fragten den Kremlsprecher, ob Witkoff nach den Norwegen-Gesprächen nach Russland reisen werde und ob ein solches Treffen im Terminkalender des Präsidenten vorgesehen sei. Peskow antwortete, Moskau hoffe, in naher Zukunft ein Treffen zu organisieren, bei dem die amerikanischen Unterhändler Putin über die Kontakte mit Ukrainern und Europäern informieren sowie den Signalaustausch zwischen Washington und Moskau zu einer Reihe wichtiger Themen fortsetzen können. Seinen Worten zufolge „erscheinen solche Treffen äußerst wichtig“, „sind stets zeitgerecht“ und „sehr inhaltsreich“, während die Bemühungen der amerikanischen Unterhändler als Vermittler, wie er betonte, hochgeschätzt werden.
Frage zum Ort des Treffens
Eine separate Frage von Journalisten bezog sich auf Medienberichte, wonach das Treffen zwischen Witkoff, Kushner und dem Kremlchef in St. Petersburg stattfinden könnte. Peskow bestätigte diese Informationen weder noch dementierte er sie, sondern beschränkte sich auf die Aussage, der Kreml werde darüber „informieren“, wann und wo das Treffen stattfinden wird. Weder das Datum noch der Ort eines möglichen Treffens sind zum Zeitpunkt der Erklärung somit offiziell festgelegt.
Trilateraler Gipfel und Kiews Rolle
Zur Erinnerung: Dem Wall Street Journal zufolge schlägt Russland vor, im November einen trilateralen Gipfel unter Beteiligung der USA und Chinas abzuhalten, auf dem nach Moskauer Vorstellungen über die Beendigung des Krieges zu für den Kreml vorteilhaften Bedingungen verhandelt werden soll. In diesem Zusammenhang erinnert RBC-Ukraina an Peskows Aussage, dass endgültige Vereinbarungen zur Beendigung des Krieges ohne Vertreter Chinas unmöglich seien. Dabei präzisierte der Kremlsprecher jedoch nicht, wen genau Moskau von ukrainischer Seite bei den Verhandlungen sehen möchte.
Bedeutung der Äußerungen
Zusammengenommen spiegeln Peskows Äußerungen zwei parallele Linien wider: die Erwartung eines bilateralen Kontakts mit dem US-Unterhändler nach der Norwegen-Runde und ein breiteres Szenario multilateraler Verhandlungen, das Berichten zufolge China einschließt. Dabei betont Moskau einerseits den Wert der US-Vermittlung und behält sich andererseits die Bedingung der chinesischen Teilnahme an den Endvereinbarungen vor, ohne dabei konkrete Forderungen an die Zusammensetzung der ukrainischen Delegation zu äußern.