Am 12. September lehnte der Pressesprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, öffentlich den Vorschlag von Wolodymyr Selenskyj ab, sich mit Wladimir Putin im Rahmen des G20-Gipfels in Miami zu treffen, und bezeichnete ein solches Format als „unmöglich“. In einem Gespräch mit Journalisten bekräftigte der offizielle Vertreter des Kremls die unveränderte Position Moskaus: Ein mögliches Treffen der beiden Staatschefs kann ausschließlich in Moskau stattfinden. Damit hat Russland die Tür für Verhandlungen auf einer neutralen oder amerikanischen Bühne faktisch geschlossen und behält sich das Recht vor, Ort und Bedingungen des Kontakts zu bestimmen.
Der Vorschlag Kiews und seine Motive
Am selben Tag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seine Bereitschaft bekräftigt, sich mit Wladimir Putin auf dem G20-Gipfel in den USA Ende des laufenden Jahres zu treffen, sofern beide Staatschefs eine Einladung erhalten. Seinen Worten zufolge müssten beide Seiten einander treffen, in einen Dialog eintreten und Entscheidungen treffen, die auf konkrete Ergebnisse abzielen. Die Initiative kam vor dem Hintergrund aktiver Bemühungen der Administration des US-Präsidenten Donald Trump, den Verhandlungsprozess zur Beilegung des langwierigen russisch-ukrainischen Konflikts wieder aufzunehmen.
Der diplomatische Hintergrund der Initiative
Der Kontext für die Diskussion über ein Treffen bildet sich auf mehreren Ebenen. In der vergangenen Woche besuchten die amerikanischen Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner Moskau und Kiew. In einer Videobotschaft auf dem Jalta European Strategic Forum in Kiew erklärte Jared Kushner, er hoffe, in den kommenden Wochen über die „nächsten Schritte“ im Verhandlungsprozess berichten zu können. Außerdem hatten der russische und der amerikanische Staatschef Anfang dieser Woche ein einstündiges Telefonat geführt, um den Konflikt in der Ukraine zu besprechen, den der Kreml als „offen und konstruktiv“ charakterisierte.
Der G20-Gipfel, bei dem die USA derzeit den Vorsitz innehaben, ist für den 14.–15. Dezember in Miami geplant. Der Block vereint 19 Staaten neben der Europäischen Union und der Afrikanischen Union. Dabei bemerkte der Assistent des russischen Präsidenten, Juri Uschakow, dass noch unklar sei, ob Wladimir Putin am Gipfel teilnehmen werde, was den Verlauf eines möglichen bilateralen Treffens im Rahmen des Gipfels zusätzlich erschwere.
Widersprüchliche Angaben
Die Aussagen der Seiten zur zentralen Frage – dem Ort eines möglichen Treffens – widersprechen einander. Kiew tritt, den Worten Wolodymyr Selenskyjs zufolge, für eine Durchführung des Kontakts auf der Bühne des G20-Gipfels in Miami im Dezember ein und betrachtet US-Territorium als akzeptabel für einen Dialog. Moskau lehnt, vertreten durch Dmitri Peskow, diese Variante ausdrücklich als „unmöglich“ ab und besteht darauf, dass ein Treffen nur in Moskau möglich sei. Der Unterschied der Versionen betrifft somit nicht die Fakten, sondern die diplomatischen Positionen: Die eine Seite schlägt eine neutrale/amerikanische Bühne vor, die andere – ausschließlich eine russische. Bis dieses Kriterium abgestimmt ist, bleibt die Frage eines Treffens selbst offen.