Laut der Einschätzung der Vorsitzenden des Budgetausschusses der Werchowna Rada, Rokosolana Podlaskaja, kostet ein Tag des großflächigen Krieges im Jahr 2026 den ukrainischen Staatshaushalt 190 Millionen Dollar. Wie RBC-Ukraine berichtet, handelt es sich dabei ausschließlich um die eigenen Ausgaben des Staates und schließt keine Waffen, Technik oder Munition ein, die von Verbündeten in Naturalform übergeben werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2024 beliefte sich die Kosten eines Verteidigungstages auf 140 Millionen Dollar, der Indikator ist also in nur zwei Jahren um etwa ein Drittel gestiegen.
Budget deckt erstmals die eigenen Verteidigungsausgaben nicht mehr ab
Wie Podlaskaja erklärte, wurden in den ersten acht Monaten des Jahres 2026 rund 42 Milliarden Dollar für nationale Sicherheit und Verteidigung aufgewendet. Der eigene Ressourcenpool – die Summe der Haushaltseinnahmen und der Inlandsschulden des Staates – belief sich im selben Zeitraum jedoch nur auf 39 Milliarden Dollar. Das bedeutet, dass die Ukraine erstmals nicht einmal mehr jenen Teil der Verteidigungsausgaben stemmen kann, den sie zuvor selbst finanziert hatte. Die Streitkräfte melden einen zusätzlichen Finanzierungsbedarf von weiteren 27 Milliarden Dollar bis Jahresende.
Angriffe auf ertragreiche Branchen treffen die Staatskasse
Die Vorsitzende des Budgetausschusses betonte, dass Russland gezielt jene Wirtschaftszweige angreift, die dem Budget die höchsten Einnahmen bringen. Allein durch die innere und die importbezogene Mehrwertsteuer verfehlte der Haushalt in acht Monaten um 1,35 Milliarden Dollar, wobei ein Viertel dieser Summe bereits im August verloren ging. Podlaskaja wies darauf hin, dass 190 Millionen Dollar pro Tag keineswegs die Obergrenze darstellen und die Ausgaben weiter steigen werden.
Die höchste militärische Belastung der Welt
Den Kontext dieser Zahlen liefert der Bericht des Stockholmer Internationalen Instituts für Friedensforschung (SIPRI): Die Ukraine trägt die höchste militärische Belastung der Welt. Im Jahr 2024 beliefen sich die Verteidigungsausgaben auf 34 Prozent des BIP, gegenüber 3,8 Prozent im Jahr 2015, und für das Militär wurden 64,7 Milliarden Dollar ausgegeben – 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum Vergleich: Laut Berechnungen des Mediums Newsweek kostete den Krieg im Jahr 2022 bereits rund 900 Millionen Dollar pro Tag, einschließlich der Zahlungen an Soldaten, der Munition und der Reparatur von Technik.
Aufruf zu schnellerem Handeln der Verbündeten
Podlaskaja verknüpfte die fortwährende Steigerung der Ausgaben mit der pragmatischen Notwendigkeit, dass die USA und Europa schneller handeln müssen, um Russland zum Ende des Krieges zu bewegen. Je länger der Konflikt andauere, desto höher sei der tägliche Preis der Verteidigung für das ukrainische Budget und desto stärker die Abhängigkeit von externer Unterstützung in Natural- und Finanzform.