Am Freitag, dem 21. August, haben russische Besatzer mit einem bewaffneten unbemannten Fluggerät (UAV) das größte Einkaufszentrum von Kriwyj Rih angegriffen. Dies teilten der Vorsitzende des Stadtrates für Verteidigung, Alexander Wilkul, und der Leiter der Militärverwaltung der Oblast Dnipropetrowsk (OVA), Alexander Gandscha, mit. Laut Wilkul „haben diese Kreaturen das größte Einkaufszentrum der Stadt mit einem bewaffneten UAV angegriffen“, es kam zu einem Brand und visuell wurden viele Verletzte festgestellt. Gandscha bestätigte, dass das Einkaufszentrum „zerstört“ wurde und es zu Bränden kam. Auf den Bildern vom Tatort sind eingetroffene Fahrzeuge der Notdienste – Rettungswagen und Feuerwehr – sowie ein Soldat in taktischer Ausrüstung zu sehen, was auf eine laufende Rettungs- und Einsatzoperation hindeutet.

Verlauf der Rettungsoperation

Unmittelbar nach dem Treffer des Drohnenangriffs wurde am Ort des Beschusses eine Rettungs- und Einsatzoperation eingeleitet. Nach Einschätzung von Gandscha breitete sich der Brand über einen erheblichen Teil des Gebäudes aus, was die Arbeit der Rettungskräfte erschwerte und den Einsatz zusätzlicher Kräfte erforderlich machte. Wilkul warnte zudem vor einem erneuten Angriff auf das Einkaufszentrum mit einem „Schahed“-Raketen-Drohne und merkte an, dass die feindlichen Drohnen in sehr niedrigen Höhen flogen, was deren Abfangen erschwerte. Der Vorsitzende des Verteidigungsrates warnte auch vor möglichen neuen Angriffen der russischen Besatzer auf die Stadt und rief die Einwohner auf, Sicherheitsmaßnahmen zu beachten.

Widersprüchliche Angaben

Die Anzahl der Opfer des Angriffs wurde in den Aussagen der offiziellen Stellen im Laufe des Tages geändert, und einzelne Medien berichten von deutlich anderen Zahlen. Zuerst meldete Gandscha einen Toten und 12 Verletzte; später wurde die Zahl der Toten auf zwei und die der Verletzten auf 15 korrigiert. Später erklärte der Leiter der OVA, dass die Zahl der Verletzten auf 50 gestiegen sei, darunter sechs Kinder. Gleichzeitig weist das Magazin Focus.ua in der Überschrift seines Berichts auf sechs Tote infolge des Angriffs auf das Einkaufszentrum in Kriwyj Rih hin. Somit weicht die Version von zwei Toten (laut OVA) von der Version von sechs Toten (laut Focus.ua) ab, und die endgültige Bilanz der Verletzten bleibt ebenfalls unklar. Die Redaktion notiert beide Standpunkte und empfiehlt, sich auf nachfolgende offizielle Meldungen zu stützen.

Kontext: Serie von Angriffen auf Kriwyj Rih und Kiew

Der Angriff auf das Einkaufszentrum war Teil einer Serie von Angriffen auf die Stadt. Kürzlich hatte das angreifende Land industrielle Objekte in Kriwyj Rih getroffen, wobei eine Person getötet und sechs weitere verletzt wurden. In diesem Zusammenhang griff Russland in der Nacht zum 20. August Kiew und die Oblast Kiew mit einem massiven kombinierten Schlag an: Die Luftwarnung in der Hauptstadt dauerte etwa neun Stunden. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass infolge des nächtlichen Angriffs 30 Wohnhäuser sowie eine Schule, ein Krankenhaus und ein Kindergarten beschädigt wurden und in Kiew 15 Tote bekannt sind. Der Staatschef bezeichnete diesen russischen Angriff als einen der „zynischsten, durchdachten und größten“.

Operative Lage

Am Abend des 21. Augusts herrschte in Kriwyj Rih weiterhin der Modus der Notdienste: Es wurden Trümmer geräumt, Brandherde gelöscht und den Verletzten geholfen. Offizielle Stellen schließen neue Angriffe auf die Infrastruktur der Stadt, einschließlich Handels- und Energieobjekte, nicht aus. Die genaue Bilanz der menschlichen Verluste durch den Angriff auf das Einkaufszentrum wird nach Abschluss der Rettungsarbeiten und Befragung der Betroffenen präzisiert; der Redaktion liegen derzeit sowohl die Daten der OVA (zwei Tote, bis zu 50 Verletzte, einschließlich Kinder) als auch eine höhere Schätzung der Zahl der Toten vor, die von einzelnen Medien berichtet wird.