Die Perm-Ölraffinerie – die siebentgrößte Raffinerie Russlands nach Verarbeitungsvolumen – hat ihren Betrieb nach einem Angriff eines ukrainischen Drohnen vollständig eingestellt. Dies teilten zwei Quellen in der Branche mit, auf die sich Reuters beruft. Nach vorläufigen Angaben wurde der Hauptblock der Primärumschlag CDU-4, der fast 40 % der Kapazität des Werks bereitstellt, bereits am 21. August außer Betrieb gesetzt, während die zweite Schlüsselanlage CDU-5 seit dem 29. Juli stillstand.
Vollständige Stilllegung der siebentgrößten Raffinerie des Landes
Laut Quellen hat der Treffer auf CDU-4, der 14.000 Metriktonnen Rohöl pro Tag verarbeiten kann, das Werk faktisch lahmgelegt. Zusammen liefern die beiden stillgelegten Blöcke der Primärumschlag – CDU-4 und CDU-5 – etwa 74 % der Kapazität des Werks, was einen weiteren regulären Betrieb unmöglich macht. Somit hat die Perm-Ölraffinerie nach dem Angriff vom 21. August, bei dem auf dem Werksgelände ein Großbrand ausbrach, die Rohölverarbeitung in vollem Umfang eingestellt.
Kaskade von Angriffen: vom 29. Juli bis zum 21. August
Die Stilllegung des Werks war das Ergebnis nicht eines einzelnen, sondern einer ganzen Serie von Angriffen. Die Anlage CDU-5, auf die 34 % der Kapazitäten entfallen, stand bereits seit dem 29. Juli still, als auf das Werk der erste Drohnenangriff erfolgte. Der erneute Angriff am 21. August, der CDU-4 beschädigte und einen Brand auslöste, besiegelte die Stilllegung. Das Werk liegt 1.460 km nordöstlich von Moskau, was die Entfernung unterstreicht, aus der seine Objekte getroffen wurden.
Umfang der Schäden und Reparaturzeitraum
Die Perm-Ölraffinerie verarbeitete 2024 etwa 12,6 Millionen Tonnen Rohöl, was rund 252.000 Barrel pro Tag entspricht. Nach vorläufigen Schätzungen können die Reparaturarbeiten nach der Beschädigung von CDU-4 eine bis zwei Wochen in Anspruch nehmen. Die genauen Wiederherstellungsfristen hängen vom Umfang der Schäden ab, die den technologischen Einheiten während des Brands zugefügt wurden.
Teil einer Serie von Angriffen auf die Ölverarbeitung
Die Stilllegung der Perm-Ölraffinerie fügt sich in eine Serie von Angriffen auf Objekte der russischen Ölverarbeitungsindustrie ein. So trafen die ukrainischen Verteidigungskräfte am 22. August Tanks mit Kraftstoff auf dem Eisk-Ölterminalkomplex in der Region Krasnodar. In der Nacht vom 22. August griffen Drohnen auch die Region Samara an, wo ein Treffer auf die Nowokuibyschewsk-Ölraffinerie mit anschließendem Brand registriert wurde. Somit wurden innerhalb weniger Tage mehrere große Verarbeitungs- und Kraftstoffobjekte in verschiedenen Regionen getroffen.
Widersprüchliche Angaben
In offenen Quellen gibt es Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens liefern die beiden stillgelegten Blöcke der Primärumschlag (CDU-4 und CDU-5) zusammen etwa 74 % der Kapazität des Werks, doch beschreiben Quellen und einige Medien das Unternehmen als vollständig stillgelegt; formal könnte dies bedeuten, dass die verbleibenden Kapazitäten keinen durchgehenden Verarbeitungskreislauf gewährleisten, aber der genaue Anteil der außer Betrieb gesetzten Einheiten wird offiziell nicht offengelegt. Zweitens stützt sich die gesamte Information über die Stilllegung und die Reparaturfristen auf anonyme Branchenquellen und wird durch offizielle Erklärungen des Werks selbst oder der russischen Behörden, die in den vorliegenden Materialien fehlen, nicht bestätigt. Schließlich fällt das Datum des Brands (21. August) mit dem Datum der Stilllegung von CDU-4 zusammen, während CDU-5 bereits zuvor – am 29. Juli – außer Betrieb gesetzt wurde, was für eine korrekte Chronologie der Schäden wichtig ist.