Die Lage an der Kupjansk-Front bleibt angespannt. Am 2. und 3. August setzten russische Truppen ihre Offensive fort, doch die Verteidigungskräfte der Ukraine antworteten mit Gegenangriffen. Zudem führt die ukrainische Seite in diesem Sektor eine eigene Offensive durch.
Russische Behauptungen und die Version der Analysten
Russische Militärblogger behaupten erneut, die russische Armee mache in der Gegend von Kupjansk Fortschritte. Ihren Angaben zufolge haben die Besatzer Positionen im Zentrum der Stadt, südlich von Radkowka, im nördlichen Teil von Kupjansk-Uzlowy sowie westlich dieser Ortschaft eingenommen. Zudem wird berichtet, dass ukrainische Streitkräfte aus der Umgebung von Kupjansk gegenangreifen und Kämpfe um die Brücke über den Fluss Oskol in Kupjansk-Uzlowy toben.
Amerikanische Analysten des Instituts für Kriegsstudien (ISW) weisen jedoch darauf hin, dass es derzeit keine Beweise für ein bestätigtes Vorrücken der russischen Armee an diesem Abschnitt der Front gibt. Somit bleiben die Behauptungen der russischen Blogger unbewiesen.
Zerstörung russischer Artillerie
Am 3. August meldete der ukrainische Militärkorrespondent Jurij Butusow die Zerstörung einer russischen radfahrenden Selbstfahrlafette 2S44 „Gijazint-K“ an der Kupjansk-Front. Dies ist bereits der zweite bestätigte Fall der Zerstörung dieses Systems seit Beginn der Invasion.
Zwei Operationen der Streitkräfte der Ukraine in der Oblast Charkiw
Wladimir Degtyarew, Sprecher des 2. Korps der Nationalgarde der Ukraine „Chartia“, berichtete, dass die Verteidigungskräfte gleichzeitig zwei Operationen in der Oblast Charkiw durchführen. Ziel ist es, die russischen Besatzer von der Staatsgrenze zurückzudrängen und die volle Feuerkontrolle über Kupjansk sowie die Landwege zu behalten, die der Gegner zur Nachschubversorgung nutzt.
Degtyarew betonte zudem, dass der russischen Armee an diesem Frontabschnitt Personal fehlt. Daher, so seine Aussage, sei keine Panik vor einem Durchbruch der ukrainischen Verteidigung in der Oblast Charkiw nötig.
Das Problem mit KABs
Trotzdem setzt der Gegner aktiv gelenkte Luftbomben (KABs) ein. Der Grund: Die Streitkräfte der Ukraine verfügen derzeit noch nicht über ausreichende Möglichkeiten, die Flugzeuge zu zerstören, von denen solche Angriffe ausgeführt werden.
Zuvor berichtete RBK-Ukraine darüber, wie die Luftabwehrkräfte in der Nacht des 4. Augusts einen neuen russischen Angriff abwehrten. Zudem wurde bereits veröffentlicht, welche wichtige Aufgabe zur Anti-Ballistik ukrainische Botschafter von Präsident Selenskyj erhalten haben.