Nach Empfehlungen der ukrainischen Regierung, die Ansätze zur Regelung der Kurfuhrung zu überdenken, sind mehrere Oblaste bereits auf einen verkürzten Zeitplan der nächtlichen Einschränkungen übergegangen. Laut RBC-Ukraine gilt in Kiew, der Oblast Kiew, der Oblast Kirovohrad und der Oblast Poltawa die Kurfuhrung nun von 01:00 bis 05:00 Uhr, in der Oblast Tscherniwzi von 01:00 bis 04:00 Uhr. In einigen Regionen, insbesondere in der Oblast Charkiw, bleibt der geltende Modus vorerst unverändert. Die Entscheidungen über die neuen zeitlichen Rahmen werden auf Ebene der Oblastverteidigungsräte unter Berücksichtigung der operativen Lage in jeder konkreten Region getroffen.
Kiew und Oblast Kiew: Synchronisierung des Modus mit der Hauptstadt
In Kiew gilt seit dem 10. September 2026 die Kurfuhrung im Format von 01:00 bis 05:00 Uhr, was es ermöglichte, den Betrieb des öffentlichen Verkehrs in den Nachtstunden aufrechtzuerhalten. Die Oblast Kiew hat ihren Modus mit der Hauptstadt synchronisiert: Seit dem 10. September gelten die Einschränkungen ebenfalls von 01:00 bis 05:00 Uhr. Die Oblastverwaltung erklärte die Entscheidung mit der Notwendigkeit, die Arbeit der Behörden, der Unternehmen und der kritischen Infrastruktur an die anhaltenden russischen Beschusslagen anzupassen sowie einen einheitlichen Ansatz in der Hauptstadtregion sicherzustellen.
Oblasten Kirovohrad, Poltawa und Tscherniwzi: Beginn am 11. September
In der Oblast Kirovohrad gilt ab dem 11. September die Kurfuhrung von 01:00 bis 05:00 Uhr, wie der Leiter der Oblaststaatsverwaltung Andrij Rajkowitsch mitteilte. Er betonte, dass die Verkürzung der zeitlichen Rahmen nicht automatisch die Wiederaufnahme des Betriebs von Gastronomie, Unterhaltungsbetrieben und Einkaufs- und Unterhaltungszentren bedeutet – deren Funktionszeiten bleiben unverändert. In der Oblast Poltawa bestätigte der OGA-Chef Witalij Dschakownytsch, dass der Oblastverteidigungsrat eine ähnliche Entscheidung getroffen habe: Kurfuhrung von 01:00 bis 05:00 Uhr. In der Oblast Tscherniwzi wurden die nächtlichen Einschränkungen ab dem 11. September auf drei Stunden verkürzt – von 01:00 bis 04:00 Uhr (zuvor galt der Modus von 23:00 bis 04:00 Uhr). Auf der Bukowina wurde zudem die Regelung für die Bewegung während der Kurfuhrung für Mitarbeiter von Unternehmen, die die Lebenserhaltung der Oblast sicherstellen, genehmigt: Sie benötigen besondere Ausweise.
Oblast Charkiw: Modus vorerst unverändert
In der Oblast Charkiw gilt die Kurfuhrung weiterhin im bisherigen Format – von 00:00 bis 05:00 Uhr. Der Leiter der Charkiwser Oblastmilitärverwaltung Oleh Synohubow erklärte, dass der geltende Modus derzeit nicht geändert werden soll. Gleichzeitig hatte der Bürgermeister von Charkiw Ihor Terechow zuvor mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung die Möglichkeit einer Verkürzung der Kurfuhrung prüft, um dem lokalen Gewerbe zusätzliche Betriebsstunden zu ermöglichen und den öffentlichen Verkehr aufrechtzuerhalten. Die endgültige Entscheidung müsse, so seine Worte, vom Verteidigungsrat der Oblast Charkiw getroffen werden.
Oblast Sumy: Vorübergehende Maßnahme für Landwirte
Einen Sonderfall stellt die Oblast Sumy dar, wo die Kurfuhrung vorübergehend vom 1. Juli bis zum 15. September 2026 verkürzt wurde – in diesem Zeitraum gilt sie von 00:00 bis 04:00 Uhr. Die Entscheidung wurde unter anderem auf Vorschlag des Agrarsektors getroffen: Die zusätzliche Morgenstunde war für die Durchführung saisonaler Feldarbeiten erforderlich. Der Leiter der Sumyser OWA Oleh Hryhrowitsch merkte an, dass in den frontnahen Gemeinden die Dauer der Kurfuhrung je nach operativer Lage angepasst werden kann.
Widersprüchliche Angaben
In den bereitgestellten Quellen werden eine Reihe von Unstimmigkeiten und Nuancen festgehalten, die Aufmerksamkeit erfordern. Erstens unterscheiden sich die Inkrafttretensdaten der neuen Modi: In Kiew und der Oblast Kiew gilt der verkürzte Zeitplan seit dem 10. September, während er in den Oblasten Kirovohrad und Tscherniwzi seit dem 11. September gilt. Dies erzeugt eine zeitliche Lücke von einem Tag zwischen benachbarten Regionen. Zweitens gehen die Positionen der Stadt- und Oblastbehörden in der Oblast Charkiw derzeit auseinander: Der Bürgermeister von Charkiw, Ihor Terechow, hatte öffentlich über die Prüfung einer Verkürzung der Kurfuhrung gesprochen, doch der OWA-Chef Oleh Synohubow teilte mit, man plane keine Änderung des Modus. Die finale Entscheidung liegt beim Oblastverteidigungsrat, und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war sie noch nicht getroffen. Drittens gilt in der Oblast Sumy ein vorübergehender Modus mit klar festgelegtem Ende – dem 15. September 2026 –, nach dem bei Fehlen einer neuen Entscheidung eine Rückkehr zum bisherigen Zeitplan möglich ist. Darüber hinaus weist die Quelle delo.ua auf einen Zusammenhang zwischen der flexiblen Regelung der Kurfuhrung und der Energiekrise hin, was den Kontext ergänzt: Die Verkürzung der nächtlichen Einschränkungen kann nicht nur mit der Sicherheit, sondern auch mit der Notwendigkeit zusammenhängen, das Energiesystem in der Dunkelheit zu entlasten.
Kontext: Position des Präsidenten
Die Initiative zur Überarbeitung der Ansätze zur Kurfuhrung wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj vorgebracht, der erklärte, dass die Änderungen die anhaltenden Luftalarme, die neue Taktik der russischen Angriffe sowie die Bedürfnisse der Bürger und des Gewerbes berücksichtigen müssten. Dabei betonte er, dass die Entscheidung über die zeitlichen Rahmen der Kurfuhrung auf regionaler Ebene unter Berücksichtigung der konkreten Sicherheitslage getroffen werde. Ein einheitlicher landesweiter Zeitplan existiert somit nicht: Jede Oblast bestimmt ihren eigenen Modus, und in den kommenden Wochen sind weitere Anpassungen möglich, je nach Veränderung der operativen Lage.