Der Sonderbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner (Jared Kuschner), hat in einer öffentlichen Erklärung im sozialen Netzwerk X das strategische Ziel der US-Diplomatie bei der Regelung des Ukraine-Konflikts umrissen: Washington beabsichtigt nicht nur, die Beendigung der Kampfhandlungen festzuhalten, sondern ein langfristiges Garantiesystem aufzubauen, das deren Wiederaufnahme ausschließt. Seinen Worten zufolge „liegt der Fokus nicht nur auf der Beendigung dieses schrecklichen Krieges, sondern auf der Schaffung einer breiteren Sicherheitsarchitektur, die notwendig ist, um sicherzustellen, dass nach der Einstellung der Kampfhandlungen diese niemals wieder aufgenommen werden“. Kushners Erklärung, auf die sich RBC-Ukraina beruft, erfolgte vor dem Hintergrund aktiver Vorbereitungen auf einen Verhandlungspfad, der Berichten zufolge bereits in der kommenden Woche konkrete Gestalt annehmen soll.

„Dauerhafter Frieden“ als Priorität der Unterhändler

Kushner betonte, dass unter der Führung von Präsident Trump die US-Unterhändler „aktiv mit allen Seiten zusammenarbeiten, um einen Weg zu einem dauerhaften Frieden zu finden“. In derselben Mitteilung stellte der Schwiegersohn des US-Präsidenten fest, dass Washington das „konstruktive Engagement“ des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und seines Teams sowie das Bekenntnis der ukrainischen Seite zur Suche nach einem weiteren Weg zur Regelung schätzt. Damit bleibt im öffentlichen Diskurs des Weißen Hauses die Rhetorik einer Äquidistanz zu Vorwürfen gegen Kiew erhalten, während sich der Schwerpunkt von der taktischen Waffenstillstandsphase auf die institutionelle Ausgestaltung der Sicherheit verlagert.

Abu Dhabi: US-Vermittlung am 10. und 11. November

Den Kontext für Kushners Erklärung bildet eine Ankündigung, die kürzlich von einem anderen Trump-Sonderbeauftragten, Steve Witkoff, gemacht wurde. Seinen Angaben zufolge werden die USA am 10. und 11. November als Vermittler bei Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland in Abu Dhabi auftreten. Auf der Agenda des Treffens stehen nach Angaben von Witkoff Fragen der Nachkriegssicherheit, der Deeskalation, humanitäre Bemühungen und weitere Schritte zum Frieden. Das Format des trilateralen Dialogs mit einem amerikanischen Moderator bedeutet, dass Washington die Rolle nicht eines Beobachters, sondern eines aktiven Architekten des Verhandlungsprozesses übernimmt — was voll und ganz mit Kushners Formulierung einer „breiteren Sicherheitsarchitektur“ korreliert.

Selenskyjs Kontakt mit dem Trump-Team

Am 4. November, einen Tag vor der Veröffentlichung von Kushners Erklärung, führte Wolodymyr Selenskyj ein Telefonat mit Witkoff und Kushner. Nach Angaben der ukrainischen Seite wurde in dem Gespräch besonderes Augenmerk auf die Vorbereitung der bevorstehenden Verhandlungen in Abu Dhabi gelegt. Dieser Kontakt bestätigt, dass die ukrainische Delegation und die amerikanischen Vermittler ihre Positionen unmittelbar vor dem Treffen mit der russischen Seite synchronisieren und sich nicht auf parallele bilaterale Linien beschränken.

Dokument für Putin: Amerikanische Ausarbeitungen

Zuvor hatte Selenskyj mitgeteilt, dass Witkoff Wladimir Putin ein Dokument überreicht habe, das amerikanische Entwürfe zur Beendigung des Krieges in der Ukraine enthält. Obwohl der Inhalt dieses Dokumentes nicht öffentlich bekannt gegeben wurde, weist allein die Tatsache seiner Übergabe durch den Sonderbeauftragten darauf hin, dass Washington bereits ein konkretes Paket von Vorschlägen geschnürt hat und dieses als Basis für weitere Diskussionen betrachtet. Die Gesamtheit dieser Schritte — von Telefonkontakten bis hin zu Vermittlungstreffen in den UAE — zeichnet das Bild eines beschleunigten diplomatischen Zyklus, in dem laut Kushner das Schlüsselprodukt kein vorübergehender Waffenstillstand, sondern ein stabiles Sicherheitssystem sein soll.