In Kiew wurde eine differenzierte Regelung für den Betrieb der Metro und des oberirdischen Verkehrs über den Dnipro je nach Stufe der Luftbedrohung festgelegt. Dies erklärte der Bürgermeister der Hauptstadt, Vitali Klitschko, in seinem Telegram-Kanal, wie RBC-Ukraine berichtete. Die Entscheidung fiel vor dem Hintergrund, dass das Kabinett der Ukraine die Konzeption der Aufteilung der Luftalarme nach Art der Bedrohung genehmigt hatte, während die Stadtverwaltung im Detail festlegte, wie in einem solchen Modus die Metrostrecken und Brückenübergänge funktionieren werden.
Zwei Bedrohungsstufen: So werden die Signale abgegrenzt
Gemäß der vom Kabinett festgelegten Logik wird die gelbe Stufe des Luftalarms bei Angriffen russischer unbemannter Luftfahrzeuge ausgerufen, während das rote Signal eine erhöhte Gefahr eines Raketen- oder kombinierten Schlages bedeutet. Genau von der Wahl der Stufe hängt ab, welche Abschnitte der Metro und der Brücken für Fahrgäste und Fahrer offen bleiben und welche vorübergehend gesperrt werden. Damit verzichtet die Stadt auf einen einheitlichen „Alles schließen“-Ansatz und geht zu einem Szenario-Modell über, in dem die Auswirkungen auf den Fahrgaststrom an den Bedrohungstyp gebunden sind.
Metro: Grüne und rote Linie im unterschiedlichen Modus
Bei gelber Bedrohungsstufe wird die Syrets-Petscherska- (grüne) Linie ohne Einschränkungen betrieben: Die Züge verkehren auf der gesamten Strecke, einschließlich des Abschnitts über die Südbrücke, was es Fahrgästen ermöglicht, zwischen dem linken und dem rechten Ufer zu pendeln. Bei roter Stufe wird der Betrieb der grünen Linie in zwei unabhängige Abschnitte aufgeteilt — zwischen den Stationen „Syrets“ und „Wydubychi“ sowie zwischen „Slawutschtsch“ und „Krasny Chutor“, das heißt ein durchgehender Überquerung über den Fluss per Metro ist in dieser Zeit nicht vorgesehen. Die Swjatoschynsk-Brjanska- (rote) Linie arbeitet in beiden Szenarien im eingeschränkten Modus: Fahrgäste werden auf dem unterirdischen Abschnitt zwischen den Stationen „Akademhorthok“ und „Arsenalska“ befördert.
Brücken über den Dnipro: Was wird geschlossen und wie lange
Während des Luftalarms ist der Verkehr über die Südbrücke ohne Einschränkungen erlaubt, jedoch ist eine technische Sperrung für 30 Minuten nach der Alarmierung und weitere 30 Minuten nach deren Aufhebung vorgesehen. Während des Alarms wird die Einfahrt auf die Südbrücke von der Seite der Straßen Saperno-Slobodska und Mychajlo Boitschuk geschlossen. Die Darnyzer Brücke, die Paton-Brücke, die Metro-Brücke und die Nordbrücke arbeiten unverändert weiter. Auch der Podilsk-Woskressensker Brückenübergang wird technisch für 30 Minuten nach der Alarmierung und ebenso lange nach der Aufhebung gesperrt, und seine Verkehrsorganisation ändert sich: Dort wird ein Reversalmodus eingeführt.
Oberirdischer Verkehr und zusätzliche Linien
Der oberirdische öffentliche Verkehr verkehrt laut der Stadtverwaltung ohne Einschränkungen weiter. Außerdem wurde in Kiew eine zusätzliche Buslinie eingeführt, die die rote Metrolinie dupliziert: Sie verläuft von der Station „Sportpalast“ über „Arsenalska“ bis zur Station „Lesna“. Laut NW wurden rund 140 Busse auf die zusätzlichen Linien umgeleitet und die Stadt bereitet Änderungen im Brückenverkehr während der Luftalarme vor, was den Umfang der Vorbereitung einer oberirdischen „Pufferzone“ für den Fall einer Einschränkung des Metrobetriebs unterstreicht.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist eine Abweichung in der Darstellung der Informationen festzuhalten. Einerseits hat gerade das Kabinett die Differenzierung der Luftalarme in gelbe und rote Stufen genehmigt — dies ist der grundlegende Rahmen, der auf zentraler Ebene verankert ist. Andererseits weisen die Schlagzeile und die Darstellung von RBC-Ukraine direkt darauf hin, dass der tatsächliche Betriebsmodus der Metro im Alarm „nicht so, wie es das Kabinett vorgeschlagen hat“, sein wird, das heißt die Stadtverwaltung setzt ein eigenes operatives Szenario um, das nicht mit dem ursprünglichen Vorschlag der Regierung identisch ist. Die konkreten Details der Abweichung werden in den vorliegenden Materialien nicht offengelegt, daher bleibt die Veröffentlichung des Bürgermeisters von Kiew der autoritative Quell für die Betriebsregeln (welche Linien und Brücken funktionieren), während der Rahmen der Bedrohungsstufen die Entscheidung des Kabinetts ist.
Kontext: Ausgangssperre und Fahrplan des Verkehrs
Die neuen Regeln werden vor dem Hintergrund anderer Entscheidungen zur Organisation des Lebens der Hauptstadt im Kriegsfall eingeführt. Zuvor hatte der Verteidigungsrat von Kiew beschlossen, die Dauer der Ausgangssperre zu verkürzen, was sich ebenfalls auf den Fahrplan des städtischen öffentlichen Verkehrs auswirkte. Die Gesamtheit dieser Maßnahmen bildet ein aktualisiertes Modell: Statt einer vollständigen Lähmung des Verkehrs wird ein gesteuertes, an die Bedrohungsstufe gebundenes Limit eingeführt, das darauf abzielt, die Verbundenheit der Stadt über den Dnipro auch während der Luftalarme zu erhalten.