Im Vorfeld der Vorbereitung auf die High-Level-Woche der 81. Sitzung der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York wird ein mögliches Treffen des russischen Außenministers Sergej Lawrow und des US-Außenministers Marco Rubio diskutiert. Wie RBC-Ukraine unter Berufung auf eine Erklärung der Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, in einem Interview mit TASS berichtet, wird die Ukraine-Frage zu den Schlüsselfragen der internationalen Verhandlungen Lawrows während der Arbeit der Generalversammlung gehören. Damit wird die Lage um die Ukraine, falls ein bilaterales Treffen mit dem amerikanischen Kollegen stattfindet, voraussichtlich eines der zentralen Themen des Gesprächs sein.

Position Moskaus: Ukraine im Zentrum der Agenda

Sacharowa betonte, dass das Ukraine-Thema unter den Prioritäten des russischen Außenministeriums in dieser Woche bei den UN auftauchen wird. Dabei informierte sie nicht über endgültige Vereinbarungen hinsichtlich des Formats und des Zeitpunkts des Gesprächs zwischen Lawrow und Rubio, was darauf hindeutet, dass das Treffen derzeit noch in der Diskussion ist und nicht offiziell bestätigt wurde. Dennoch signalisiert allein die Tatsache, dass die Ukraine zu den Schlüsselfragen gezählt wird, dass Moskau die Plattform der Generalversammlung als einen der Kanäle zur Übermittlung seiner Position an Washington betrachtet.

Kontext: diplomatische Bemühungen und Aufrufe zu einer Waffenruhe

Im Vorfeld der Eröffnung der High-Level-Woche erklärte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, die Notwendigkeit einer sofortigen Waffenruhe in der Ukraine und stellte fest, dass der Konflikt ohne Anzeichen eines schnellen Endes andauert und der Zivilbevölkerung schweren Schaden zufügt. Parallel dazu werden die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges fortgesetzt: Anfang September besuchten die Sondergesandten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, Moskau und Kiew. Laut dem Leiter des Büros des Präsidenten der Ukraine, Kyrylo Budanow, ist für Oktober eine neue Runde der Friedensverhandlungen im Dreierformat geplant.

Position Washingtons: Einvernehmen noch nicht erzielt

In den USA wird anerkannt, dass Kiew und Moskau auf der aktuellen Stufe nicht in der Lage sind, ein Einvernehmen über die Beendigung des Krieges zu erzielen. Der ständige Vertreter der USA bei der NATO, Matthew Whitaker, erklärte, dass die Seiten sich derzeit noch nicht auf einen Waffenstillstand einigen können, dass jedoch einzelne Vereinbarungen über eine Waffenruhe sie der Beendigung des Konflikts näherbringen könnten. Als Beispiel nannte er einen möglichen Stopp der Angriffe auf die Energieinfrastruktur – ein Schritt, der seiner Einschätzung nach die Eskalation verringern und die Voraussetzungen für umfassendere Verhandlungen schaffen könnte.

Widersprüchliche Angaben

In den verfügbaren Quellen bestehen Unterschiede bei der Darstellung des Status des zukünftigen Treffens. Einerseits hat die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es keine endgültigen Vereinbarungen über ein Gespräch zwischen Lawrow und Rubio gibt und das Treffen lediglich diskutiert wird. Andererseits formulieren eine Reihe von Schlagzeilen und Zusammenfassungen (auch in Materialien, die sich auf das Außenministerium beziehen) das erwartete Treffen in einem kategoryscheren Ton – als ein Ereignis, bei dem die Außenminister die Lage in der Ukraine „besprechen“ oder „im Detail besprechen“ werden. Damit unterstreicht eine Version die Unbestimmtheit und den vorläufigen Charakter der Kontakte, während die andere faktisch die Vorgegebenheit der Agenda voraussetzt. Bis zu einer offiziellen Bestätigung durch beide Hauptstädte sollte der Status des Treffens als diskutiert und nicht als bestätigt gelten.