Historischer Wendepunkt: Das Ende der Ära des Salischen Rechts in Europa
Der 15. August 2026 wurde zu einem markanten Tag für die europäische Monarchie. Das Fürstentum Liechtenstein hat offiziell die Aufhebung der Vorrangstellung männlicher Erben bei der Thronfolge bekannt gegeben. Diese Entscheidung macht Liechtenstein zum letzten Land in Europa, das das Salische Recht abschafft – eine alte Sitte, die Frauen den Thron verbot. Nun wird im Fürstentum das Prinzip der absoluten Primogenitur eingeführt: Der Thron geht an das älteste Kind, unabhängig vom Geschlecht.
In der Erklärung der regierenden Familie wird betont, dass diese Änderung sicherstellen soll, dass das Land von der „Person geführt wird, die am besten für diese Verantwortung vorbereitet ist“. Diese Entscheidung beendet den Prozess der Modernisierung der monarchischen Institutionen in Europa, der bereits im 19. Jahrhundert begann und Länder wie Belgien, die Niederlande, Schweden und Norwegen umfasste.
Politischer Kontext und die Rolle des Thronfolgers
Die Entscheidung wurde vom Thronfolger Alois verkündet, der seit 2004 die Aufgaben eines Regenten wahrnimmt, obwohl sein Vater, Fürst Hans-Adam II., der seit 1989 regiert, der formelle Staatsoberhaupt bleibt. Alois, der als Thronfolger fungiert, betonte, dass die Gesetzesänderung notwendig sei, um modernen demokratischen Standards zu entsprechen und die Gleichstellung der Geschlechter zu gewährleisten.
Die Familie des Thronfolgers Alois und seiner Frau Sophia, der Thronfolgerin, hat bereits vier Kinder. Das älteste von ihnen, Josef Wenzel Maximilian Maria, geboren 1995, bleibt der Thronfolger. Allerdings wäre im Falle, dass sie ein Mädchen vor einem Sohn bekommen hätten, sie nun automatisch zur Thronfolgerin geworden, was zuvor unmöglich war.
Historischer Hintergrund und die Einzigartigkeit Liechtensteins
Liechtenstein blieb die einzige Ausnahme in Europa, in der das Erbrecht über die männliche Linie galt. Die Fürsten von Liechtenstein, die aus Niederösterreich stammen, erwarben 1699 die Grafschaft Vaduz und 1712 das Herrschaftsgebiet Schellenberg. 1719 wurden diese Gebiete vereinigt und erhielten den Status eines Reichsfürstentums des Heiligen Römischen Reiches.
Während mehr als drei Jahrhunderten behielt die Institution der Monarchie in Liechtenstein die traditionellen Normen der Thronfolge bei, was sie in der modernen Welt einzigartig machte. Die Abschaffung dieser Normen symbolisiert den endgültigen Übergang zu modernen Werten, bei denen das Geschlecht kein bestimmender Faktor für das Bekleidung höchster Staatsämter ist.
Reaktion der Öffentlichkeit und internationale Bedeutung
Die Entscheidung wurde sowohl innerhalb des Landes als auch im Ausland mit Zustimmung aufgenommen. Internationale Beobachter stellen fest, dass dies ein Schritt in Richtung größerer Inklusion und Gleichheit ist. Für Touristen, die Liechtenstein besuchen, kann diese Änderung ein weiterer Grund für das Interesse an der Geschichte und Kultur des Fürstentums sein, das weiterhin zwischen Tradition und Moderne balanciert.
Im Jahr 2025 berichtete RBK-Ukraine bereits über 10 Fakten, die Touristen kennen sollten, um Liechtenstein zu besuchen. Nun kann zu dieser Liste noch ein weiterer hinzugefügt werden: Liechtenstein ist ein Land, in dem Frauen die gleichen Rechte wie Männer bei der Thronfolge haben, was es zu einem Beispiel für eine progressive Monarchie in Europa macht.