Die russische Logistikinfrastruktur, das Blutgefäßsystem des größten Marktplatzes des Landes, Wildberries, sieht sich einer beispiellosen Krise gegenüber. Laut dem ukrainischen Verteidigungsministerium, bestätigt durch analytische Berichte, wurden sieben der zehn größten Verteilzentren des Unternehmens auf dem Territorium der Russischen Föderation außer Gefecht gesetzt. Dieser massive Schlag gegen die Logistik war das Ergebnis einer Serie koordinierter Angriffe mit unbemannten Fluggeräten (Drohnen) in den letzten Tagen.
Massiver Schlag gegen die Region Moskau
Der Höhepunkt dieser Angriffsserie ereignete sich in der Nacht zum 16. August 2026. Im Rahmen einer großangelegten Operation trafen Drohnen Schlüsselobjekte in der Region Moskau. Insbesondere wurde ein Schlag gegen den Logistikknotenpunkt im Industriepark „Koledino“ (Domodedowo) geführt. Dieses Gebäude mit einer Fläche von etwa 250.000 Quadratmetern war eines der größten Lagerkomplexe des Unternehmens. Nach dem Angriff brach auf dem Gelände des Lagers ein massiver Brand aus, der die Arbeit dieses Hubs vollständig lähmte.
Strategie der Angriffe auf Lieferketten
Die Angriffe beschränken sich nicht nur auf die Hauptstadtregion. In der Nacht zum 14. August griffen ukrainische Streitkräfte einen großen Wildberries-Zug an, der sich 150 km von Moskau entfernt befand. Zuvor hatten Satellitenbilder die Folgen eines Angriffs auf ein Objekt in Baschkortostan festgehalten, wo ein Feuer fast 30.000 Quadratmeter des Gebäudes zerstörte, was etwa einem Fünftel des gesamten Komplexes entspricht. Diese Daten belegen einen systematischen Ansatz zur Zerstörung der Lieferketten, die verschiedene Regionen Russlands verbinden.
Offizielle Position Kiews
Das ukrainische Verteidigungsministerium kommentierte die Situation mit der Aussage, dass die russische Logistik „die Folgen des Krieges, den Russland in die Ukraine gebracht hat, akut spürt“. Das Hauptziel dieser Operationen ist nicht nur die Verursachung materiellen Schadens, sondern die Schaffung einer systemischen Krise für die russische Wirtschaft, die von der reibungslosen Funktion der Marktplätze abhängt. Die Ausfall von 70 % der größten Wildberries-Hubs gefährdet den Betrieb des gesamten Warenlieferungssystems im Land.
Widersprüchliche Daten
Es gibt Diskrepanzen bei der Einschätzung des gesamten Schadens an der Lagerinfrastruktur. Das ukrainische Verteidigungsministerium spricht von der Ausfall von 7 der 10 größten Zentren, was einen kritischen Ausfall im Betrieb des Unternehmens impliziert. Gleichzeitig bewerten russische Quellen wie Pravda.ru die Schäden an der Lagerinfrastruktur von Wildberries und Russ auf etwa 10 % des Gesamtvolumens. Diese Diskrepanz könnte darauf zurückzuführen sein, dass russische Quellen alle beschädigten Objekte insgesamt berücksichtigen, während die ukrainische Seite sich auf den Verlust der Schlüssel-Logistikzentren konzentriert, die die Hauptlast tragen.
Wirtschaftliche Folgen
Der Verlust solcher Kapazitäten wie der Hub in Koledino wird unweigerlich zu einem Kollaps der Lieferfristen und einem Mangel an Waren auf den Regalen des Marktplatzes führen. Da Wildberries eine dominante Position im russischen E-Commerce einnimmt, wird die Lähmung seiner Logistik Millionen von Nutzern und Tausenden von Verkäufern treffen. Der Wiederaufbau solcher Objekte wird enorme Ressourcen und Zeit erfordern, insbesondere angesichts der andauernden Kampfhandlungen.