Der französische Präsident Emmanuel Macron kündigte am 22. September 2026 die Unterzeichnung eines Vertrags über die Lieferung von Luftabwehrsystemen an die ukrainische Seite an, einschließlich Radaren und Abfangraketen. Dies teilte der französische Staatschef in seinem Beitrag in dem sozialen Netzwerk X mit und verwies auf ein zuvor stattgefundenes Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Laut RBC-Ukraine nannte Macron weder die genaue Menge des übergebenen Equipments noch konkrete Lieferfristen und beschränkte sich auf die Feststellung der Unterzeichnung des entsprechenden Abkommens.

Kontext: Angriffe auf die Energieinfrastruktur

Der französische Präsident begründete die Notwendigkeit einer Stärkung der ukrainischen Luftabwehr mit der wachsenden Bedrohung durch russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur. Laut Macron stellen solche Angriffe eine direkte Gefahr für Millionen ukrainischer Familien dar, die vor dem Beginn der Heizsaison ohne Heizung und Strom dastehen könnten. Genau dieser Faktor, so seine Einschätzung, bestimmt die Dringlichkeit der Erweiterung des flugabwehrtechnischen Schutzes der Ukraine und die Notwendigkeit zusätzlicher Lieferungen von Aufklärungs- und Abfangmitteln für Luftziele.

Reaktion Kiews: SAMP/T, EU-Darlehen und Lokalisierung der Produktion

Wolodymyr Selenskyj erklärte bei der Kommentierung der Ergebnisse des Gesprächs mit Macron, dass die Ukraine bereit sei, zusätzliche SAMP/T-Luftabwehrsysteme und Raketen dafür aus eigenen finanziellen Mitteln im Rahmen eines Darlehens der Europäischen Union zu beschaffen. Darüber hinaus, so Selenskyj, arbeiteten Kiew und seine Partner weiter an der Möglichkeit, SAMP/T-Systeme und entsprechende Raketen direkt auf ukrainischem Gebiet zu produzieren. Diese Richtung, so betonte Selenskyj, werde als strategisches Element der langfristigen Sicherheit und der Verringerung der Abhängigkeit von Lieferketten betrachtet.

Programm FREYJA und gemeinsame Antiballistik

Ein eigener Punkt der Diskussion war das gemeinsame Antiballistikprogramm FREYJA, an dem die Ukraine und ihre Partner weiterarbeiten. Selenskyj äußerte die Überzeugung, dass die ersten Ergebnisse in diesem Bereich bereits im laufenden Jahr 2026 erwartet werden. Das Programm sieht die Entwicklung und Integration von Mitteln zur Bekämpfung ballistischer Bedrohungen vor, was über die klassische Luftabwehr hinausgeht und Fragen der strategischen Verteidigung der Region betrifft.

Winterliche Unterstützung und G7-Energieformat

Macron erklärte außerdem, dass Frankreich die Ukraine in der bevorstehenden Winterzeit unterstützen wolle, wenn die Belastung des Energiesystems traditionell steigt. Zur Koordinierung der Bemühungen um die Energieresilienz Kiews solle, so Macron, das Energieformat der „Großen Sieben' einbezogen werden. Konkrete Mechanismen und Umfang der Unterstützung im Rahmen dieses Formats wurden in dem Beitrag nicht offengelegt.

Dialog mit Trump: Energiefrieden und Moratorium im Schwarzen Meer

Separat teilte Macron mit, dass er die Frage der Unterstützung der Ukraine mit dem US-Präsidenten Donald Trump besprochen habe. Zu den Themen des Gesprächs gehörten laut ihm die Perspektive eines sogenannten Energiefriedens und ein mögliches Moratorium für militärische Handlungen im Schwarzen Meer. Frankreich, so betonte der französische Staatschef, unterstütze diese Initiativen, über eine konkrete Einigung zu deren Einführung jedoch erklärte Macron nichts. Er betonte, dass die entsprechenden Fragen Teil weiterer Verhandlungen werden müssten, die, so seine Formulierung, zu einem „gerechten und dauerhaften Frieden' führen müssten.

Zusätzlicher Kontext: Streit um Saint-Pierre und Miquelon

Im Zuge der Diskussion über militärpolitische Themen erklärte Macron öffentlich, dass die Inseln Saint-Pierre und Miquelon im Nordatlantik französisches Territorium seien und jegliche Ansprüche des US-Präsidenten Donald Trump auf diese Inseln unbegründet seien. Diese Erklärung erfolgte vor dem Hintergrund früherer Äußerungen des amerikanischen Staatschefs, die sich auf die Souveränität über die genannten Inselgruppen bezogen.