Der ukrainische Markt für E-Zigaretten arbeitet praktisch vollständig in der Grauzone: Laut einer Marktanalyse, die von Kantar im April–Mai 2026 erstellt wurde, entsprechen 93,3 % des gehandelten Sortiments nicht den gesetzlichen Anforderungen, und nur jedes fünfundzwanzigste Produkt – etwa 4 % – ist vollständig legal. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die Ergebnisse einer Studie, an der 600 volljährige Nutzer von E-Zigaretten teilnahmen, die mindestens einmal pro Woche konsumieren und in der Ukraine leben.
Marktstruktur und Verbrauchergewohnheiten
Was die Struktur betrifft, ist der beliebteste Gerätetyp die E-Zigarette mit austauschbaren Mehrweg-Kartuschen/Pods – auf sie entfielen 42 % der Nennungen, auf Platz zwei folgten Einweg-E-Zigaretten (39 %). Danach kommen Vapes mit integriertem Tank (21 %) und E-Zigaretten mit austauschbaren Einweg-Kartuschen (18 %). Die Summe der Anteile übersteigt 100 %, da die Befragten gleichzeitig mehrere Produkttypen verwenden konnten. Nach Vertriebskanälen dominiert der Offline-Bereich: 75 % der Nutzer kaufen ihre Geräte im Einzelhandel, nur 25 % online. Der durchschnittliche Liquidverbrauch beträgt 1,7 ml pro Tag.
Wer kontrolliert den Markt für Geräte und Liquids
Zwei Drittel des Markts für Geräte und Kartuschen/Pods kontrollieren drei chinesische Unternehmen: VapeOnly (Marken Elf Bar, Lost Mary), Smoore (Vaporesso) und Woody Vapes (VooPoo). Auf dem Liquidmarkt nehmen ukrainische Hersteller – Chaser Lab, Liquid Lab und Octolab – zusammen mit dem chinesischen VapeOnly einen beachtlichen Anteil von etwa einem Drittel ein. Damit ist die Liquid-Nische stärker lokalisiert, während der Segment für Geräte und Pods vom importierten chinesischen Produktion dominiert wird.
Wo konzentriert sich der illegale Handel
Das höchste Niveau illegaler Produkte wurde in den Segmenten der Einweggeräte und der E-Zigaretten mit Mehrweg-Kartuschen und Pods verzeichnet – dort nähert sich der Anteil illegaler Ware 100 % an. Die Autoren der Studie haben zudem typische Merkmale der Illegalität von Vape-Produkten herausgearbeitet, anhand derer Verbraucher und Kontrollbehörden die Konformität der Ware mit den gesetzlichen Anforderungen beurteilen können.
Widersprüchliche Daten
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Kontext um die Branchenverbände. Die Allukrainische Vereinigung des E-Zigaretten-Markts (VARES) positioniert sich öffentlich als Zusammenschluss legaler Importeure und Hersteller. Allerdings zeigen journalistische Recherchen, dass die Tätigkeit aller Mitglieder des Verbands in Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit dem illegalen Handel mit akziseunterworfener Ware und der Akzisehinterziehung auftrat; die Journalisten verwiesen auf Unterlagen des Einheitsregisters der Gerichtsentscheidungen im Hinblick auf Unternehmen, die mit den Verbandsmitgliedern in Verbindung stehen. Somit bildet die Selbstdarstellung der VARES als „legaler“ Verband und die Daten der Gerichtsregister über das Auftauchen ihrer Mitglieder in Verfahren wegen illegalen Handels einen Widerspruch der Versionen, der einer weiteren Überprüfung bedarf.
Methodik und Auftraggeber der Studie
Die Marktanalyse der E-Zigaretten wurde von Kantar im April–Mai 2026 im Auftrag der größten Tabakhersteller der Ukraine durchgeführt. Die Stichprobe umfasste 600 volljährige Nutzer von E-Zigaretten, die mindestens einmal pro Woche konsumieren und in der Ukraine leben. Die von mehreren ukrainischen Medien veröffentlichten Studienergebnisse stimmen in der zentralen Einschätzung des Anteils legaler Produkte im Wesentlichen überein.