In der Technologiebranche entbrennen hitzige Debatten: Die einen sehen in der künstlichen Intelligenz (KI) die Rettung der Menschheit, andere nur eine weitere Finanzblase. Doch Masayoshi Son, der Vorstandsvorsitzende von SoftBank Group, hat keinen Zweifel. Auf der jährlichen Konferenz in Tokio kritisierte er scharf alle, die das Potenzial der KI unterschätzen, und bezeichnete ihren Skeptizismus als Dummheit.

Vergleich mit Autos und Flugzeugen

Son zog eine unerwartete, aber aufschlussreiche Parallele. Er verglich die aktuelle Hysterie um neuronale Netze mit der Reaktion der Gesellschaft auf die Erfindung des Autos oder des Flugzeugs. Damals lösten diese Technologien ebenfalls Zweifel und Angst vor dem Unbekannten aus, doch heute sind sie ein fester Bestandteil unseres Lebens. Nach Ansicht des Milliardärs ist es gleichbedeutend mit der Verleugnung des Fortschritts, der die Welt bereits für immer verändert hat, die KI als „Blase“ zu bezeichnen.

„Diejenigen, die sich der Entwicklung verweigern, schließen ihre Welt ab. Diejenigen, die künstliche Intelligenz verurteilen, verbreiten selbst das Böse“, erklärte der Chef von SoftBank und betonte, dass die Ablehnung von Technologien zu Isolation und Stagnation führt.

Wirtschaftsprognose: 20 % des weltweiten BIP

Sons Optimismus wird durch konkrete Zahlen untermauert. Der Gründer von SoftBank prognostiziert, dass bis zum Jahr 2040 etwa 20 Prozent des weltweiten Bruttoinlandsprodukts auf Bereiche entfallen werden, die mit künstlicher Intelligenz und „Superintelligenz“ zusammenhängen. Das bedeutet nicht nur das Wachstum eines Sektors, sondern eine radikale Umstrukturierung der Weltwirtschaft. KI wird nicht länger nur ein Werkzeug sein, sondern das Fundament, auf dem die globale Produktion und Dienstleistungen aufbauen werden.

Energie für die Zukunft: Das neue Geschäft von SoftBank

Doch hinter der Macht der Algorithmen verbirgt sich ein ernsthaftes Problem – der Bedarf an Energie. KI-Systeme benötigen enorme Mengen an Strom für den Betrieb von Rechenzentren und Servern. Mit diesem Verständnis hat SoftBank einen strategischen Schritt unternommen: Das Unternehmen hat in Japan ein Geschäft zur Herstellung von Batterien gestartet. Diese Entscheidung soll ein Energiesystem der nächsten Generation schaffen, das in der Lage ist, den wachsenden Appetit der künstlichen Intelligenz zu stillen.

Die Aktionen von Masayoshi Son bestimmen seit vielen Jahren die Marktrichtung. Seine Prognosen werden oft zur Realität, und seine Investitionen sind der Treiber der Industrie. Für Schwellenländer wird die globale Nachfrage nach KI-Infrastruktur in den kommenden Jahrzehnten ein Schlüsselfaktor der digitalen Wirtschaft sein.