Im Südwesten Frankreichs hat sich eine massive humanitäre und Naturkatastrophe entfaltet. Die Behörden waren gezwungen, fast viertausend Einwohner und Touristen aus den Ferienregionen an der Atlantikküste zu evakuieren. Auslöser dieser Notfallmaßnahmen sind unkontrollierte Waldbrände, die in der Region mit unglaublicher Wucht wüten.

Das Feuer hat eine Fläche erobert, die größer als Paris ist

Die Evakuierung wurde im Gebiet des beliebten Ferienorts Lacanau, westlich von Bordeaux, angeordnet. Feuerwehren kämpfen schwer gegen das Feuer und versuchen, die Ausbreitung der Flammen einzudämmen. Nach den neuesten Angaben der französischen Behörden hat das Feuer im Département Gironde bereits rund 42.000 Hektar Wald und Vegetation vernichtet.

Um das Ausmaß des Unglücks zu verstehen: Diese Fläche ist etwa viermal so groß wie das Stadtgebiet von Paris. Das Feuer frisst sich durch die Landschaft und hinterlässt nur Asche und Rauch, der den Himmel über der Region verhüllt.

Macron: "Die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg"

Die Situation hat das Niveau einer nationalen Krise erreicht. Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Ereignisse in seiner Erklärung als die schwerste Herausforderung dieser Art, der sich das Land seit dem Zweiten Weltkrieg gegenübersehen musste. Der Staatsoberhaupt kündigte ein ressortübergreifendes Krisentreffen an, um die Maßnahmen aller Dienste zur Bekämpfung der Brände, die mehrere Départements erfasst haben, zu koordinieren.

Gefahr einer neuen Hitzewelle

Die Lage bleibt extrem angespannt und könnte sich in den nächsten Tagen verschlimmern. Meteorologen prognostizieren die Rückkehr extremer Hitze, die als ideales Treibstoff für das Feuer dienen wird. Aufgrund der hohen Temperaturen bleibt das Risiko neuer Brände kritisch hoch, was die Arbeit der Rettungskräfte erschwert.

Katastrophe in Spanien und Italien

Das Problem der Waldbrände beschränkt sich nicht nur auf Frankreich. Im benachbarten Spanien sorgt ein Großbrand in der Provinz Ávila für größte Besorgnis. Dieser Brand ist bereits als der größte in der Geschichte des Landes in die Annalen eingegangen und hat eine Fläche von rund 50.000 Hektar erfasst.

Gleichzeitig haben die Behörden in einigen Gebieten Spaniens, in denen sich die Lage zu stabilisieren begann, die Evakuierungsbefehle schrittweise aufgehoben. Dennoch wüten Brände weiterhin in anderen Regionen Frankreichs, insbesondere im Département Var, wo es den Rettungskräften jedoch gelang, das Feuer teilweise unter Kontrolle zu bringen.

Massenevakuierung in Europa

Den Medien zufolge mussten in der vergangenen Woche aufgrund von Waldbränden in Frankreich, Spanien und Italien rund 330.000 Menschen ihre Häuser oder Urlaubsziele verlassen. Zuvor wurde berichtet, dass unkontrollierte Brände in Spanien und Frankreich bereits mehr als 250.000 Menschen zur Flucht gezwungen haben. Tausende Menschen warten noch darauf, dass die Naturgewalten nachlassen und die Rettungskräfte die Sicherheit für die Rückkehr gewährleisten.