Meta hat Muse vorgestellt – einen ambitionierten autonomen KI-Agenten, der sich nicht als Chatbot zur Beantwortung von Fragen positioniert, sondern als Assistent, der die Alltagsaufgaben des Nutzers eigenständig erledigen kann. Die Lösung basiert auf dem neuen Modell Muse Spark und wird in zahlreiche Kategorien täglicher Dienste eingebunden: E-Mail, Kalender, Banking-Apps, Smart-Home-Systeme und Fitness-Tracker. Falls für einen gewünschten Dienst keine offizielle Integration vorhanden ist, kann der Agent über eine öffentliche API angeschlossen werden oder direkt im Browser mit ihm arbeiten – was den Kreis der unterstützten Apps weit über die „Whitelist“ hinaus erweitert.
Von der Automatisierung der Routine bis zu eigenständigen Einkäufen
Die Anwendungsszenarien von Muse umfassen drei Hauptblöcke. Erstens die Automatisierung der Routine: das Senden von E-Mails, das Ausfüllen komplexer Formulare, die Buchung von Tickets und Hotels sowie die Arbeit an der Senkung von Servicekosten. Zweitens die Organisation des Alltags: die Umwandlung von Video-Rezepten in Einkaufslisten, das Versenden von Einladungen zu Veranstaltungen und die Planung. Drittens eigenständige Einkäufe – der Agent kann Online-Zahlungen über das Stripe-Link-System mit eingebautem Käuferschutz durchführen; laut Entwicklern wird in Kürze die Unterstützung für Shop Pay und 1Password erwartet. Grundsätzlich wichtig ist, dass der Agent die Ausführung von Aufgaben auch dann fortsetzt, wenn der Nutzer die App schließt, und mit der Zeit auf Basis der Dialoge lernt und Handlungen ohne zusätzliche Anfragen vorschlägt.
Verfügbarkeit, Tarife und Integrationen
Der Dienst ist bereits über die Website muse.ai, die Apps für iOS und Android sowie in WhatsApp-Chats verfügbar; in Zukunft soll er in die Smart-Brillen von Meta integriert werden. Die Basisnutzung von Muse ist kostenlos, aber mit einem Limit auf die Anzahl der Aufgaben – in der App ist ein spezieller Zähler vorgesehen. Für aktive Nutzer bietet Meta zwei kostenpflichtige Tarife an: Power für 20 Dollar pro Monat und Maximum für 100 Dollar pro Monat. Die Verbindung jeder App erfolgt separat und auf ausdrückliche Wahl des Nutzers, was das Unternehmen als Prinzip der Transparenz bezeichnet.
Datenschutz: isolierte virtuelle Maschine
Vor dem Hintergrund zahlreicher Skandale um Datenlecks legt Meta besonderen Wert auf den Datenschutz: Muse arbeitet innerhalb einer isolierten virtuellen Maschine, der Muse Secure VM. Der Agent hat keinen Zugriff auf Passwörter und Zahlungsdaten, und Korrespondenz sowie persönliche Dateien werden, so die Zusicherungen des Unternehmens, nicht an die Werbesysteme von Meta weitergegeben. Auf diese Weise versucht das Unternehmen, aggressive Automatisierung mit Garantien zu verbinden, die zuvor eine Schwachstelle des Ökosystems waren.