Der Technologiegigant Meta hat den ersten funktionierenden Prototypen eines zweibeinigen humanoiden Roboters mit dem Codenamen Max vorgestellt. Das Gerät wurde in Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Fourier entwickelt und soll laut Unternehmensangaben als „physischer Körper“ für den KI-Agenten Muse dienen, der routinemäßige Haushaltsaufgaben erledigen kann. Wie mit dem Projekt vertraute Quellen berichten, wurde der erste Prototyp in nur drei Monaten zusammengebaut, was in der Hardware-Robotik als anormal schnelles Tempo gilt.
Was Max ausmacht und wie er entwickelt wurde
Den vorliegenden Daten zufolge ist der Roboter etwa 1,5 Meter groß und wiegt rund 48 Kilogramm. Zur Verarbeitung komplexer Rechenprozesse ist im Gehäuse ein Nvidia-Jetson-Thor-Prozessor installiert. Das Gerät ist mit fünfingrigen Greifhänden für die Handhabung kleiner Gegenstände sowie mit integrierten Lautsprechern und einem Display zur Nachahmung von Gesichtsausdrücken ausgestattet. Nach Informationen von The Information reiste ein Team von Meta-Robotics-Spezialisten nach China, um mit Fourier zusammenzuarbeiten: Li-Chen Miller, Vizepräsidentin für Robotikprodukte bei Meta, verbrachte fast zwei Monate in der Shanghaier Einrichtung des Start-ups, und Ende August wurde der Prototyp Meta-Mitarbeitern auf einer internen Robotik-Veranstaltung vorgeführt.
Strategie: Muse über den Bildschirm hinausbringen
Das strategische Hauptziel der Entwicklung besteht darin, Metas Algorithmen über die digitale Umgebung hinaus zu bringen. Chief Technology Officer Andrew Bosworth wies darauf hin, dass Humanoide als physische Verkörperung des KI-Agenten Muse betrachtet werden. Langfristig soll dies den virtuellen Assistenten in einen vollwertigen Haushaltshelfer verwandeln, der physische Arbeit im Haus verrichten kann – von einfachen Manipulationen an Gegenständen bis hin zur Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben.
Max 2 bereits in Arbeit
Das Unternehmen hat bereits mit der Entwicklung einer zweiten Version des Prototyps namens Max 2 begonnen. Das Update umfasst einen überarbeiteten Rumpf, verbesserte Hände für eine präzisere Handhabung von Gegenständen sowie das Hinzufügen eines Projektors und neuer Sensoren, die es dem Roboter ermöglichen sollen, sich sicher auf Treppen zu bewegen. Quellen zufolge begannen die Arbeiten an der nächsten Version im September.
Partnerschaft mit China und Sicherheitsfragen
Besondere Aufmerksamkeit zieht bei Analysten die Wahl des Partners auf sich: Anstatt eigene Hardware zu produzieren, nutzte Meta die technologische Basis eines drittanbietenden chinesischen Entwicklers, Fourier. In den USA hat dieser Schritt bereits Besorgnis über potenziellen Datenklau und Fernzugriff auf Geräte ausgelöst, was im Kontext von Unternehmens- und Heim-KI-Szenarien Gegenstand regulatorischen und öffentlichen Drucks werden könnte.
Anstehende Herausforderungen
Trotz schneller Fortschritte stehen Metas Ingenieure noch vor vielen komplexen Aufgaben. Der vollständige Betrieb eines Humanoiden im häuslichen Umfeld erfordert eine präzise Objekterkennung, die sichere Handhabung zerbrechlicher Gegenstände und eine eigenständige Navigation in einer dynamischen Umgebung. Die erfolgreiche Lösung dieser Fragen wird bestimmen, ob Max und seine Nachfolger den Sprung vom Demonstrationsprototypen zu einem echten Verbraucherprodukt schaffen können.