In Kiew entbrennt eine politische Krise rund um das Verteidigungsministerium. Der Ministerpräsident Michail Fedorow kommentierte während eines Briefings die Situation seines Rücktritts und erwähnte ein Telefongespräch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Der Minister betonte, dass die Frage seines Verbleibs im Amt erneut erörtert werden wird, wobei der Fokus jedoch auf systemischen Verwaltungsproblemen liegt.
„Die Wurzel des Problems“ und die Personalfrage
Fedorow erklärte, dass die aktuelle Debatte nicht ihn persönlich betrifft, sondern die „Wurzel des Problems“. Nach seinen Worten gibt es im Land genügend qualifizierte Fachkräfte, die hohe Ämter übernehmen könnten, wenn die fundamentale Aufgabe gelöst wird. Der Minister merkte an, dass er niemals Bedingungen für seinen Verbleib im Amt gestellt habe, aber Besorgnis über die aktuelle Situation geäußert hat.
„Ich brauche das Amt, um den Krieg zu gewinnen. In dieser Konstellation weiß ich persönlich nicht, wie man den Krieg gewinnen kann“, erklärte Fedorow. Er betonte, dass das Amt des Verteidigungsministers eine Quote des Präsidenten sei und dass der Ausgang des Konflikts von der Effektivität dieser Position abhängt.
Ursachen der Unzufriedenheit des Volkes
Bezüglich der Massenproteste erklärte der Minister, dass das ukrainische Volk nicht wegen eines bestimmten Beamten auf die Straße gegangen sei, sondern für seine eigenen Interessen. Fedorow wies darauf hin, dass die Hoffnungen auf einen Kriegserfolg mit dem Übernehmen der Initiative auf dem Schlachtfeld und in der Luft verbunden waren. Nach seiner Meinung wird diese Trajektorie jedoch jetzt gebrochen, und es besteht die Gefahr, vom Kurs abzukommen.
„Das Volk ist dafür auf die Straße gegangen“, fasste der Minister zusammen und verknüpfte die öffentliche Resonanz mit dem Verlust strategischer Positionen an der Front.
Reaktion von Kollegen und der internationalen Gemeinschaft
Die Entscheidung über Fedorows Rücktritt löste eine Welle von Reaktionen aus. Der stellvertretende Befehlshaber der Luftstreitkräfte Pawlo Elizarow kündigte seinen Rücktritt an und kritisierte die Personalentscheidung. Er bezeichnete die Entfernung Fedorows als „absolutes Übel“ für den Staat.
Auch die internationale Gemeinschaft zeigte Interesse an der Situation. Die Europäische Union forderte die ukrainischen Behörden auf, die Gründe für den Rücktritt zu erklären. Der EU-Kommissar für Verteidigung Andrius Kubilius erklärte, dass Fedorow vollständig für das Amt des Verteidigungsministers geeignet sei.
Ausblick auf die weitere Entwicklung
Nach Informationen von RBC-Ukraine wird nach dem heutigen Telefongespräch zwischen Fedorow und Selenskyj noch ein weiteres Treffen stattfinden. Dies könnte ein entscheidender Moment zur Lösung der politischen Krise und zur Bestimmung der Zukunft des Verteidigungsministeriums sein.