Die ukrainische Rüstungsindustrie hat einen weiteren Schritt in der Entwicklung von Raketenwaffen unternommen. Laut Quellen wurde im Land ein Test einer ballistischen Rakete inländischer Entwicklung durchgeführt, deren Typ derzeit noch geheim bleibt.

Über die Tatsache der Tests berichtete der ehemalige ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow in seinem Telegram-Kanal. Die Veröffentlichung wurde durch Daten des Portals „Militarny“ bestätigt. Laut dem ehemaligen Minister wurde das Projekt direkt unter der Verantwortung des Verteidigungsministeriums entwickelt.

Tests am Tag des Rücktritts der Regierung

Ein besonderes Echo erhält das Ereignis durch das Datum des Tests. Nach Aussage von Fedorow fand der Test am 14. Juli statt – genau an dem Tag, an dem der Rücktritt der Regierung angekündigt wurde. Der Beamte betonte, dass am Projekt aktiv gearbeitet wurde, gab jedoch den konkreten Namen des Raketenkomplexes nicht bekannt.

Expertenmeinungen: Sapsan oder ein neues Projekt?

Die Experten des Portals „Militarny“ analysierten die Aussage und kamen zu dem Schluss, dass es sich höchstwahrscheinlich nicht um die ballistischen Raketen FP-7 und FP-9 handelt, die vom Unternehmen Fire Point entwickelt werden. Derzeit muss im Projekt FP-9 nach vorliegenden Daten noch das Testen des Feststoffraketenmotors abgeschlossen werden.

In Anbetracht des Fehlens offizieller Namen vertreten Analysten die Theorie, dass Fedorow sich auf den operativ-taktischen Raketenkomplex „Sapsan“ bezogen haben könnte. Zuvor wurde berichtet, dass die Serienproduktion dieses Komplexes 2025 beginnen sollte.

Dieses Szenario wird durch Aussagen der obersten Führung des Landes bestätigt. Im Juni 2025 erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj die aktive Vorbereitung auf die Massenproduktion inländischer ballistischer Raketen „Sapsan“. Im Dezember 2025 wurde in der Ukraine ein Anstieg der Aktivität in der Entwicklung von Raketenwaffen beobachtet: Es wurden weiterhin Verbesserungen am OTK „Sapsan“, dem MLRS „Olcha“ und anderen Systemen vorgenommen.

Verträge und Pläne für die Zukunft

Die Entwicklung der Raketenindustrie wird auf staatlicher Ebene unterstützt. Im März schloss das Agentur für Verteidigungseinkäufe langfristige Verträge mit ukrainischen Herstellern von Marschflugkörpern und ballistischen Raketen ab. Gemäß den Bedingungen der Vereinbarungen soll die Lieferung nach diesen Verträgen teilweise bereits in diesem Jahr beginnen.

So zeigt der Test einer neuen Rakete, auch ohne offiziellen Namen, die ununterbrochene Bewegung der ukrainischen Industrie in Richtung der Entwicklung eigener strategischer Waffen.