Microgreens lassen sich das ganze Jahr über zu Hause anbauen — ganz ohne Garten oder Spezialausrüstung, direkt auf einer gewöhnlichen Fensterbank. Jede Kultur hat jedoch ihre eigenen Besonderheiten: Einige Samen keimen schneller, andere erfordern ein vorheriges Einweichen, und manche verlangen mehr Aufmerksamkeit bei der Pflege. Das Projekt Styler (RBK-Ukrajina) erklärt die Unterschiede zwischen Erbsen-, Radieschen- und Sonnenblumen-Microgreens und welche Sorte Anfänger wählen sollten, um zu jeder Jahreszeit frisches Grün zu erhalten.

Was sind Microgreens und wann werden sie geerntet

Microgreens sind junge Pflanzen, die knapp über der Substratoberfläche abgeschnitten werden, sobald sich die Keimblätter geöffnet haben und die ersten echten Blätter zu erscheinen beginnen. Sie können das ganze Jahr über, einschließlich Herbst und Winter, angebaut werden. Den Empfehlungen der University of Utah zufolge hat jede beliebige Kultur ihre eigenen ungefähren Anbauzeiten, die jedoch je nach Sorte, Temperatur, Beleuchtung und anderen Bedingungen variieren können, sodass die genauen Zahlen von der jeweiligen Situation auf der Fensterbank abhängen.

Radieschen — Der einfachste Einstieg für Anfänger

Radieschen eignen sich hervorragend für den ersten Kontakt mit Microgreens. Ihr Hauptvorteil ist, dass die Samen vor der Aussaat nicht eingeweicht werden müssen. Es reicht aus, die Samen gleichmäßig auf der befeuchteten Substratoberfläche zu verteilen, leicht anzudrücken und den Behälter in der Anfangsphase abzudecken. Die Saat wird in der Regel ein bis zwei Tage abgedeckt gehalten, danach erhalten die Keimlinge ausreichend Licht. Radieschen-Microgreens haben einen charakteristischen, leicht scharfen Geschmack und passen daher gut zu Salaten, Sandwiches und herzhaften Snacks. Dank der einfachen Vorbereitung und des schnellen Wachstums sind Radieschen eine glückliche Wahl für alle, die ohne komplizierte Pflege ihre erste Ernte erzielen möchten.

Erbsen — Milder Geschmack, aber mit Samenvorbereitung

Erbsen-Microgreens zeichnen sich durch einen milden Geschmack und saftige junge Triebe aus. Im Gegensatz zu Radieschen erfordert ihr Anbau eine Vorbereitung: Vor der Aussaat werden die Erbsen in klarem Wasser eingeweicht, damit sie Feuchtigkeit aufnehmen und gleichmäßiger keimen. Nach dem Einweichen wird das Wasser abgegossen und die Samen werden auf der Substratoberfläche verteilt. Besonderes Augenmerk muss auf die Feuchtigkeit gelegt werden: Zu viel Wasser und eine schlechte Luftzirkulation schaffen günstige Bedingungen für Schimmelbildung. Erbsentriebe können zu Salaten, Sandwiches und Gemüsegerichten gegeben werden — dank ihres süßlichen Geschmacks sprechen sie all jene an, die scharfes Grün nicht mögen.

Sonnenblumen — Knackigkeit und nussige Noten

Sonnenblumen-Microgreens werden wegen ihrer saftigen Triebe mit ausgeprägter Textur angebaut. Dafür werden rohe, ungeröstete Samen verwendet, die speziell für den Microgreens-Anbau bestimmt sind. Vor der Aussaat werden sie in klarem Wasser eingeweicht und anschließend auf feuchtem Substrat verteilt. Eine Besonderheit von Sonnenblumen ist ihre harte Samenschale: Beim Keimen können Reste davon an den jungen Blättern hängen bleiben, weshalb man — wie Experten der University of Connecticut erklären — die Samenhülsen nach dem Heranwachsen entfernen muss. Sonnenblumen erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit, aber ihre knackigen Triebe ergänzen Salate, Sandwiches und Gemüsegerichte hervorragend.

Was man für die erste Aussaat benötigt

Für die erste Aussaat muss man kein spezielles Set kaufen. Benötigt werden ein flacher Behälter mit Abzugslöchern, eine Schale, Samen und ein leichtes Substrat. Es ist wichtig, das richtige Saatgut zu wählen: Wie Spezialisten der Pennsylvania State University erläutern, sollte man für Microgreens qualitativ hochwertige Samen kaufen, die speziell für diesen Zweck bestimmt und nicht mit chemischen Beizmitteln behandelt sind. Für Folgebernten muss in der Regel eine neue Charge Samen ausgesät werden, da Microgreens nach dem Schnitt meist nicht nachwachsen.

Beleuchtung, Schimmel und die Wahl der Kultur

In der kalten Jahreszeit ist der Mangel an natürlichem Licht die größte Herausforderung: Selbst auf der Fensterbank erhalten Keimlinge oft nicht genug Licht für eine normale Entwicklung. Nach Empfehlungen der University of Maryland sollte die Gesamtdauer der Beleuchtung etwa 16 Stunden pro Tag betragen; daher wird das natürliche Licht im Herbst und Winter bei Bedarf durch LED-Pflanzenlampen ergänzt. Sollte sich Schimmel auf den Pflanzen oder dem Substrat bilden, dürfen die betroffenen Microgreens nicht verzehrt werden, und das geschnittene Grün muss vor dem Verzehr mit klarem Wasser gewaschen werden. Für die erste Aussaat sind Radieschen am bequemsten — sie müssen nicht eingeweicht werden, keimen schnell und erfordern keine komplexe Vorbereitung. Wer zartes Grün mit einem süßlichen Geschmack sucht, sollte Erbsen ausprobieren, während Sonnenblumen ideal für diejenigen sind, die saftige, knackige Triebe mit nussigen Noten bevorzugen. Zu Beginn ist es am besten, jede Kultur in einem eigenen Behälter zu ziehen — so lässt sich das Wachstum und die Feuchtigkeit besser kontrollieren und der optimale Erntezeitpunkt leichter bestimmen.