In Kiew wurde eine spezielle polizeiliche Operation zur Suche und Festnahme eines Mannes abgeschlossen, der am 3. September gegen 10:00 Uhr auf den 71-jährigen Direktor einer Reproduktionsklinik geschossen hatte. Wie der Leiter der Polizei Kiews, Dmytro Schumeiko, mitteilte, handelte es sich bei dem Angreifer um einen 40-jährigen Mann aus der Oblast Poltawa, eine Militärperson im Status SZh. Der Täter wurde im Schewtschenko-Bezirk der Hauptstadt aufgespürt und festgenommen, wo er sich in der Wohnung eines Bekannten versteckt hatte. Bei der Durchsuchung wurde bei dem Verdächtigen Schusswaffen sichergestellt.

Verlauf des Angriffs

Laut Ermittlungen ereignete sich der Vorfall am Eingang der Reproduktionsklinik. Der Angreifer lauerte dem Direktor des Hauses auf, als dieser aus seinem Fahrzeug stieg, und eröffnete sofort das Feuer. Als der 71-jährige Mann zu Boden stürzte, trat der Täter näher und feuerte weiter. Insgesamt wurden mindestens 23 Schüsse abgegeben. Danach floh der Angreifer von der Tatstelle, in dem Glauben, der Getroffene sei tot. Trotz der zahlreichen Verletzungen überlebte der Klinikdirektor. Er befindet sich derzeit in der Intensivstation unter ärztlicher Beobachtung.

Suche und Festnahme

Sofort nach der Schießerei wurde in Kiew eine spezielle polizeiliche Operation zur Suche des bewaffneten Angreifers eingeleitet. Für die Fahndungsmaßnahmen wurden zusätzliche Kräfte der Polizei Kiews sowie Einsatzkräfte der Spezialeinheit KORD einbezogen. Den Worten von Dmytro Schumeiko zufolge stellten die Strafverfolgungsbehörden „Schritt für Schritt“ die Identität des Verdächtigen und seinen Aufenthaltsort fest. Im Rahmen der operativen Maßnahmen wurde der Mann in der Wohnung eines Bekannten im Schewtschenko-Bezirk aufgespürt. Am Ort der Festnahme, wie auf den veröffentlichten Aufnahmen zu sehen, wurde umfangreiche ermittlungstechnische Arbeit geleistet: Das Gebiet wurde abgesperrt, auf dem Pflastersteinboden wurden dutzende nummerierte gelbe Beweismarkierungen aufgestellt, und Kriminaltechniker arbeiteten in Schutzhandschuhen und Schuhschutz.

Motiv und erhobene Anklage

Nach der vorläufigen Version der Ermittlungen könnte der Auslöser des Angriffs ein Konflikt im Zusammenhang mit der Behandlung der Ehefrau des Festgenommenen in dieser Klinik gewesen sein. Dmytro Schumeiko betonte, dass die Strafverfolgungsbehörden derzeit alle Umstände des Vorfalls sowie das Motiv der Tat klären. Dem Festgenommenen wurde der Verdacht eines vollendeten Mordversuchs (Abs. 2 Art. 15, Abs. 1 Art. 115 des Strafgesetzbuchs der Ukraine) mitgeteilt. Die Höchststrafe nach dem Strafrahmen dieses Paragraphes sieht lebenslange Freiheitsentziehung vor.

Widersprüchliche Angaben

In den offiziellen Stellungnahmen der Strafverfolgungsbehörden wird das Motiv der Tat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung als „vorläufige Version der Ermittlungen“ bezeichnet und mit der Einschränkung „könnte gewesen sein“ formuliert. Das heißt, die endgültige Einordnung der Motivation des Angreifers liegt noch nicht vor. Außerdem wird die genaue Anzahl der Schüsse in öffentlichen Quellen als „mindestens 23“ angegeben, was Raum für eine Präzisierung nach Abschluss der ballistischen Gutachten lässt. Bis zum Erhalt des vollständigen Ermittlungsberichts bleiben beide Details Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Die Ermittlungen dauern an. Die Strafverfolgungsbehörden prüfen alle Umstände des Falls, einschließlich der Rechtmäßigkeit des Besitzes und Tragens von Schusswaffen durch den Verdächtigen, und klären den vollständigen Kreis der Personen, die an der Vorbereitung oder Beihilfe zur Begehung der Tat beteiligt waren. Das Schicksal des Festgenommenen wird das Gericht unter Berücksichtigung der Schwere der erhobenen Anklage bestimmen.