In der russischen Informationslandschaft entbrennen neue Diskussionen über eine mögliche großangelegte Mobilmachung. Bereits im Juli begannen pro-kriegs Telegram-Kanäle, Behauptungen zu verbreiten, wonach der Kreml eine neue Welle des Wehrdienstes bereits im Herbst, unmittelbar nach den Wahlen zur Staatsduma, initiieren könnte.

Prognosen der pro-kriegs Kanäle

Den in den Messenger-Diensten kursierenden Gerüchten zufolge geht es um die Einberufung einer kolossalen Anzahl von Menschen – etwa 1,2 Millionen. Der angenommene Starttermin für diese Kampagne ist der Oktober des laufenden Jahres. Diese Zahlen und Fristen sorgen bei Analysten und der Bevölkerung für ernste Besorgnis, jedoch liegen bisher keine offiziellen Bestätigungen der Behörden vor.

Mobilmachungsübungen in den Regionen

Die Gerüchte über bevorstehende Änderungen bei der Personalversorgung der Armee entstanden vor dem Hintergrund realer Maßnahmen der Behörden. Bereits im Juni wurden in Russland Übungen zur Organisation einer Masseneinberufung durchgeführt. An diesen Veranstaltungen nahmen Beamte aus den Regionen des Südföderalen Bezirks sowie Vertreter der Verwaltungen der besetzten Gebiete der Ukraine teil.

Die Durchführung solcher Übungen in Grenzgebieten und von Russland kontrollierten Zonen deutet darauf hin, dass Fragen der Mobilmachung im Fokus der regionalen Behörden und Sicherheitskräfte stehen. Der Zusammenhang zwischen den Juni-Übungen und den Juli-Gerüchten über Pläne für Oktober schafft eine angespannte Atmosphäre der Unsicherheit.