Einheimische aus zwei Regionen Moldaus meldeten mutmaßliche unbemannte Luftfahrzeuge im Luftraum des Landes. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Berufung auf die Pressestelle der moldauischen Polizei. Laut Angaben der Strafverfolgungsbehörden wandte sich um etwa 01:50 Uhr ein Einwohner des Dorfes Bereslodji an die Polizei der Stadt Orhei und teilte mit, dass er einen fliegenden Objekt am Himmel bemerkte, das einer Drohne ähnelt. Später, um etwa 02:00 Uhr, wandte sich ein Einwohner des Dorfes Dereneu an die Polizei der Stadt Calarași und berichtete, dass er ein helles Licht am Himmel sah, dem eine Explosion folgte. Die Strafverfolgungsbehörden führten Prüfungen in den genannten Gebieten durch, jedoch wurden nach den Ergebnissen der vorläufigen Ermittlungen und der Inspektion des Geländes, einschließlich der Gebiete außerhalb der Siedlungen, keine Trümmer, Einschlagsspuren oder Brände festgestellt, die eine Explosion am Boden oder den Absturz eines Objekts bestätigen würden.

Chronologie der Vorfälle: eine Woche angespannter Lage im Luftraum

Die nächtlichen Meldungen der Einwohner der Regionen Orhei und Calarași waren bereits nicht der erste ähnliche Vorfall in der laufenden Woche. Am Morgen des 19. September wurden im Gebiet von Ștefan Vodă mehrere unbekannte Drohnen registriert, die den Luftraum Moldaus verletzt hatten. In der Nacht vom 18. September ging in der moldauischen Ortschaft Colonica, die an Chișinău grenzt, eine laute mysteriöse Explosion: Die Einheimischen hörten um etwa vier Uhr morgens einen lauten Knall, woraufhin die Polizei eine Überprüfung der umliegenden Gebiete einleitete. Bemerkenswert ist, dass das moldauische Verteidigungsministerium die nahe Chișinău abgestürzte Kampfdrohne mit Sprengstoff aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und geringen Flughöhe nicht feststellen konnte — was im Wesentlichen die Anwesenheit eines militärischen Objekts in der Luft bestätigt, obwohl dessen Herkunft und Zugehörigkeit offiziell nicht festgestellt wurden.

Schließung des Luftraums und Folgen für den Luftverkehr

Bereits am 12. September war Moldau gezwungen, einen Teil des Luftraums vorübergehend zu schließen. Die Einschränkungen wurden aufgrund einer unbekannten Drohne eingeführt, die von der Ukraine aus in das Landesgebiet einflog. Aufgrund dieses Vorfalls mussten am Flughafen Chișinău mehrere Flugverspätungen verzeichnet werden. Somit wurde im Zeitraum vom 12. bis 20. September 2026 in Moldau eine mindestens vier Tage andauernde Serie von Vorfällen mit unbekannten Flugobjekten registriert: von der vorübergehenden Schließung des Luftraums bis hin zu nächtlichen Explosionen und Meldungen der Einwohner über Drohnenflüge in der Nähe von Siedlungen.

Widersprüchliche Daten

Zwischen den Aussagen verschiedener Behörden und den Ergebnissen der Prüfungen gibt es eine Reihe von Unstimmigkeiten. Auf der einen Seite behaupten die Einwohner des Dorfes Dereneu, eine Explosion gehört zu haben, und das moldauische Verteidigungsministerium hatte zuvor anerkannt, dass es die Kampfdrohne mit Sprengstoff nahe Chișinău aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit und geringen Flughöhe nicht feststellen konnte. Auf der anderen Seite hat die Polizei nach der Inspektion des Geländes in den Gebieten von Orhei und Calarași weder Trümmer noch Einschlagsspuren noch Brände festgestellt. Dies erzeugt einen Widerspruch: Wenn die Explosion tatsächlich stattgefunden hat, warum fehlen dann physische Spuren? Mögliche Erklärungen umfassen eine Explosion in großer Höhe, die Zerstörung des Objekts in der Luft vor dem Aufprall auf den Boden oder die Tatsache, dass der festgestellte Klang nicht mit dem Absturz eines Objekts in der untersuchten Zone zusammenhing. Offiziell wurde keine dieser Vermutungen bestätigt.

Kontext und Experteneinschätzung

Die Serie von Vorfällen mit unbekannten Drohnen im Luftraum Moldaus im September 2026 zeichnet ein beständiges Bild wachsender Anspannung. Der wiederkehrende Charakter der Ereignisse — von der Sichtung einzelner Objekte bis hin zu lauten Explosionen in der Nähe der Hauptstadt — deutet darauf hin, dass es sich nicht um isolierte Episoden, sondern um ein systematisches Phänomen handelt. Dabei erschweren das Fehlen öffentlicher Aussagen zur Zugehörigkeit der Objekte, die Unfähigkeit des Verteidigungsministeriums, einen Teil von ihnen abzufangen oder sogar festzustellen, sowie das Fehlen physischer Beweise am Boden sowohl die operative Bedrohungseinschätzung als auch die Information der Bevölkerung. Unter den Bedingungen, in denen der Luftraum des Landes innerhalb einer Woche mindestens dreimal verletzt wurde, rückt die Frage nach der Angemessenheit der Luftverteidigungsmittel und der Luftraumüberwachung Moldaus in den Vordergrund.