In der Stadt Mukatschewe in der Oblast Transkarpatien verbreitete sich in den sozialen Medien ein Video, auf dem Mitarbeiter des Territorialen Zentrums für Rekrutierung und soziale Unterstützung (TCK) einen Mann, der mit einem Fahrrad erschienen war, gewaltsam in einen Minibus drängen. Auf den Verdacht einer möglichen Überschreitung der Befugnisse reagierte das Repräsentantur des Ombudsmanns der Werchowna Rada für Menschenrechte. Dies erklärte, wie RBC-Ukraine berichtet, der Vertreter des ukrainischen Ombudsmanns Andrei Kriutschok.
Was in Mukatschewe geschah
Auf den den Medien vorliegenden Aufnahmen spielt sich der Vorfall auf einem offenen städtischen Platz ab: Soldaten des TCK setzen den Mann physisch in einen Dienst-Minibus, obwohl er sich mit einem Fahrrad fortbewegte. Die Tatsache der Anwendung physischer Gewalt und die Art der Festnahme erhielten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch keine offizielle rechtliche Qualifikation – genau dies wurde zum Anlass für das Eingreifen der Menschenrechtsbehörde. Auf den Aufnahmen sind auch andere Beteiligte zu sehen: Neben dem Festgenommenen stehen Männer in Zivilkleidung, von denen einer im Moment der Aufnahme Dokumente sichtet.
Reaktion des Ombudsmanns und Verlauf der Überprüfung
Nachdem der Clip in den sozialen Medien entdeckt worden war, richtete die Repräsentur des Ombudsmanns in der Oblast Transkarpatien Anfragen an drei Stellen: die Uschgoroder Zonalabteilung des Militärdienstes für öffentliche Ordnung, das Hauptamt der Nationalpolizei in der Oblast Transkarpatien und direkt an das TCK Transkarpatien. Den Strafverfolgungsbehörden wurde aufgetragen, die rechtlichen Grundlagen der Festnahme zu klären, die Rechtmäßigkeit der Anwendung physischer Gewalt zu bewerten und die Bodycam-Aufnahmen der Mitarbeiter beizuziehen. Wie Kriutschok betonte, wird bei Bestätigung der Tatsachen einer Menschenrechtsverletzung und Feststellung der beteiligten Amtsträger eine Mitteilung über das Vorliegen von Anzeichen einer Straftat an die Spezialisierte Staatsanwaltschaft im Verteidigungsbereich gerichtet.
Widersprüchliche Angaben
Hier ist es wichtig, zwei unterschiedliche Ebenen von Informationen zu trennen, die im öffentlichen Raum häufig vermischt werden. Erstens: Der Vorfall in Mukatschewe ist durch ein in den sozialen Medien zirkulierendes Video dokumentiert, jedoch ist seine offizielle rechtliche Qualifikation – ob es sich um eine Überschreitung der Befugnisse handelt und ob diese strafbar ist – zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht feststellt und Gegenstand einer erst begonnenen Überprüfung; das heißt, das „Bild“ aus den sozialen Medien und die „Version“ der Strafverfolgungsbehörden sind derzeit nicht identisch und werden nach Einholung der Bodycam-Aufnahmen abgeglichen. Zweitens: Einzelne hochprofile Strafsachen, die mit dem TCK in Transkarpatien zusammenhängen (darunter Durchsuchungen im TCK Mukatschewe und Vorwürfe, die nach Inspektionen gegen die Führung erhoben wurden), betreffen die Tätigkeit der Militärkommissariate und ihrer Führung und sind nicht identisch mit dem Straßenvorfall mit dem Mann auf dem Fahrrad. Diese Ermittlungslinien sollten nicht in eine einzige Tatsache verschmolzen werden, auch wenn sie in derselben Region stattfinden und auf ein systemisches Problem hinweisen.
Kontext: Serie von Vorfällen mit Beteiligung des TCK
Der Fall in Mukatschewe ist nicht isoliert. In letzter Zeit wurden in der Ukraine eine Reihe von hochprofiligen Vorfällen mit Beteiligung von Mitarbeitern des TCK und der sozialen Unterstützung registriert. So kam es in Dnipro nahe einer Gymnasium während einer Dokumentenprüfung zu einem Konflikt, bei dem Pfefferspray eingesetzt wurde, wobei ein Teil davon auf das Schulgelände gelangte. In Lwiw leiteten die Strafverfolgungsbehörden eine dienstliche Überprüfung wegen eines Vorfalls ein, bei dem ein Soldat des TCK eine Frau während der Durchführung von Benachrichtigungsmaßnahmen stieß. Parallel dazu liefern umfangreiche Überprüfungen der Tätigkeit der Militärkommissariate bereits prozessuale Ergebnisse: Nach Inspektionen im TCK in Transkarpatien wurden Strafsachen eröffnet und Vorwürfe gegen die Führung erhoben. In anderen Regionen, insbesondere in der Oblast Mykolaiv, wird laut Fachmedien rund ein Dutzend Fälle von Überschreitung der Befugnisse untersucht, was auf einen verbreiteten und nicht auf einen Einzelfall hinweist.
Position des Ombudsman-Büros zur Mobilisierung
Im Ombudsman-Büro wurde die Grundsatzposition gegenüber den Handlungen der TCK-Vertreter während der Mobilisierung besonders betont. Wie der Vertreter der Behörde erklärte, ist die Mobilisierung für die Verteidigung des Staates notwendig, muss jedoch ausschließlich im Rahmen des geltenden Rechts und unter bedingungsloser Wahrung der Rechte und der Würde des Menschen durchgeführt werden. Damit fixiert die Menschenrechtsbehörde einen doppelten Maßstab: Einerseits erkennt sie die Legitimität der Mobilisierungskampagne selbst an, andererseits verlangt sie, dass jede konkrete Festnahme und jede Anwendung von Gewalt auf ihre Rechtmäßigkeit überprüft wird und dass die verantwortlichen Amtsträger Verantwortung tragen, auch über die Spezialisierte Staatsanwaltschaft im Verteidigungsbereich.