Der Menschenrechtsbeauftragte der Werchowna Rada der Ukraine, Dmytro Lubynez, hat konkrete Ergebnisse der Überwachungen der territorialen Rekrutierungszentren (TCK) in der Oblast Transkarpatien mitgeteilt. Laut seinen Angaben haben die Kontrollen nicht nur personelle und infrastrukturelle Veränderungen bewirkt, sondern auch zur Einleitung von Strafverfahren geführt. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Erklärung des Ombudsmannes in dessen Telegram-Kanal.
Von Renovierungen der Räumlichkeiten zu Strafverfahren
Lubynez berichtete, dass in einem der Bezirks-TCK, bei dem während der Vorüberwachung zahlreiche Verstöße und unangemessene Aufenthaltsbedingungen der Bürger festgehalten worden waren, sich die Lage „wesentlich verändert“ habe. Die Räumlichkeiten wurden renoviert, die Aufenthaltsbedingungen verbessert. Zudem wurde in der Oblast ein neuer kommissarischer Leiter des Oblast-TCK ernannt. Die Veränderungen betrafen auch die Führung der bezirklichen territorialen Rekrutierungszentren. Besonders hob der Ombudsmann hervor, dass nach den Kontrollen die Ansätze zur Kontrolle und zur Kommunikation mit den Angehörigen der in die TCK gebrachten Personen geändert wurden: In den Zentren arbeiten bereits Überwachungskameras, und es gibt eine separate Telefonnummer für die schnelle Kommunikation mit Angehörigen.
Strafverfahren: Drei Militärangehörigen wurde der Verdacht mitgeteilt
Ein zentrales Ergebnis der Überwachungen seien laut Lubynez die Strafverfahren gewesen. „Das Wichtigste: Auf Grundlage unserer Überwachungsergebnisse wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet. Bereits drei Militärangehörigen der TCK wurde der Verdacht mitgeteilt, zwei von ihnen sind Leiter“, erklärte der Ombudsmann. Er betonte, dass Verstöße gegen die Rechte der Bürger nicht unbeachtet bleiben würden: „Niemand wird die Augen vor Verstößen gegen die Bürgerrechte verschließen. Wir arbeiten weiter.“
Hintergrund: Schema der illegalen Streichung aus der militärischen Registrierung
Den Kontext der Kontrollen in Transkarpatien ergänzt ein zuvor von den Ordnungskräften aufgedecktes Schema der illegalen Streichung wehrpflichtiger Personen aus der militärischen Registrierung, das in den Jahren 2022–2024 gewirkt hatte. Laut Ermittlungen wurden ohne rechtliche Grundlage mindestens 1577 Männer aus der Registrierung gestrichen, und für die Eintragung unrichtiger Daten in Dokumente nahmen die Organisatoren 5.000 bis 10.000 Dollar pro Person. Dies weist auf den systemischen Charakter der Probleme in der Region hin, die über einzelne Verstöße bei den Aufenthaltsbedingungen hinausgehen.
Widersprüchliche Daten
Obwohl der Ombudsmann positive Veränderungen feststellt – Renovierungen, neues Personal, Videoüberwachung –, laufen in Transkarpatien parallel andere aufsehenerregende Fälle, die mit der Tätigkeit der TCK zusammenhängen. Im Juni 2026 ermittelte die GBR über den Tod eines Mannes nach dessen Aufenthalt in einem TCK und einer SP in der Oblast. Damit stehen die Aussagen des Ombudsmannes über die „Verbesserung der Lage“ neben Fakten, die darauf hinweisen, dass einzelne kritische Probleme im Rekrutierungssystem der Region bestehen bleiben. Die genaue Zahl der auf Grundlage der Überwachungsergebnisse Lubynez eingeleiteten Strafverfahren wurde in der öffentlichen Erklärung nicht angegeben – der Ombudsmann verwendet die Formulierung „mehrere“, was Raum für Interpretationen über den tatsächlichen Umfang der Ermittlungsmaßnahmen lässt.
Reaktion und weitere Schritte
Der Ombudsmann beschränkte sich nicht auf die Feststellung der Fakten und erklärte, die Arbeit fortzusetzen: Die Überwachungen der TCK in Transkarpatien seien laut seinen Worten nicht abgeschlossen. Die Ernennung eines neuen kommissarischen Leiters des Oblastzentrums und die Einführung technischer Kontrollmaßnahmen (Kameras, separate Leitung für Angehörige) könnten einen Präzedenzfall für die Ausweitung der Praxis auf andere Regionen darstellen. Ohne die öffentliche Offenlegung der abschließenden Ermittlungsergebnisse zu den Strafverfahren – einschließlich des Schemas mit den 1577 aus der Registrierung gestrichenen Personen – bleibt die Bewertung der Vollständigkeit der Reformen in Transkarpatien vorläufig.