Am 19. August 2026 stellten das Nationale Anti-Korruptions-Büro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (SAP) neue Materialien im Rahmen einer umfassenden Untersuchung vor, die als Operation 'Forrest Gump' bekannt ist. Im Mittelpunkt stehen Fragmente von Audioaufnahmen, auf denen der Versuch der Übernahme der verstaatlichten 'Sense Bank' diskutiert wird. In den Materialien werden Namen hochrangiger Beamter genannt, darunter der stellvertretende Leiter des Präsidentenamts und amtierende Volksabgeordnete.
Schema zur Einflussnahme auf die verstaatlichte Bank
Laut den veröffentlichten Daten wurde in den Gesprächen der Beteiligten ein Schema diskutiert, bei dem die 'Sense Bank' nicht 'ausgebeutet' werden sollte, sondern im Gegenteil bestimmte Personen bezahlen sollte. In den Aufnahmen, die, wie Journalisten glauben, von der ehemaligen stellvertretenden Leiterin des Präsidentenamts, Irina Mudra, geführt wurden, werden Versuche bestimmter Politiker erwähnt, die Bank unter ihre Kontrolle zu bringen. Besondere Aufmerksamkeit in den Materialien gilt der Rolle des Vorsitzenden des parlamentarischen Ausschusses für Finanzfragen, Daniil Hetmanzew, der laut seiner Gesprächspartnerin angeblich Interesse an der Kontrolle der Finanzinstitution zeigte.
Kategorische Dementi von Hetmanzew
Der Volksabgeordnete Daniil Hetmanzew reagierte äußerst scharf und kategorisch auf die Veröffentlichung. In seiner Erklärung betonte er, dass er niemals, weder mit Irina Mudra noch mit jemand anderem, die Frage der Kontrolle über die 'Sense Bank' diskutiert habe. Der Abgeordnete stellte fest, dass seine öffentliche Position zu dieser Frage immer offen und transparent gewesen sei. Um seine Unschuld zu beweisen, erklärte Hetmanzew seine Bereitschaft, einen Polygraph-Test zu bestehen und dem Detektivteam des NABU Aussagen zu machen, und hat bereits eine entsprechende Initiative an das Büro gerichtet.
Widersprüchliche Daten
In den Ermittlungsmaterialien gibt es gewisse Inkonsistenzen und Unterschiede in den Versionen der Ereignisse. Einerseits behauptet das NABU, dass auf den Aufnahmen eine klare Kette von Handlungen zur Übernahme der Bank zu erkennen ist, bei der konkrete Figuren, einschließlich 'David' (vermutlich David Arachamia) und Hetmanzew, erwähnt werden. Andererseits bestreitet Hetmanzew jegliche Kontakte zu dieser Angelegenheit vollständig und bezeichnet die Anschuldigungen als unbegründet. Darüber hinaus werden nicht alle Gesprächsteilnehmer in den Aufnahmen immer eindeutig identifiziert, was Raum für verschiedene Interpretationen durch die Öffentlichkeit und Experten lässt.
Kontext des Falls 'Midas' und Geldwäsche
Die Untersuchung der Operation 'Forrest Gump' steht in engem Zusammenhang mit dem Fall 'Midas'. Laut der Ermittlungsbehörden organisierten die Teilnehmer der kriminellen Gruppe ein Schema zur Legalisierung von 150 Millionen Griwna in bar, die in Säcken gebracht und über Konten der 'Sense Bank' und kontrollierter Firmen geleitet wurden. Diese Mittel waren für die Hinterlegung einer Kaution für einen Beteiligten des Falls 'Midas' bestimmt, der laut Quellen der ehemalige Energieminister Herman Halutschenko ist. In den Materialien wird auch von Versuchen der Einflussnahme auf den Wettbewerb um den Chef der SAP gesprochen.
Parlamentarische Reaktion und Entlassung von Beamten
Nach der Veröffentlichung der Ermittlungen initiierte die Werchowna Rada die Einberufung des Chefs der Nationalbank, Andrij Pyshnyj, zur Berichterstattung über die Situation rund um die 'Sense Bank'. Die Entscheidung zur Einberufung wurde von 155 Volksabgeordneten unterstützt. Pyshnyj muss sich vor dem Parlament über die Funktionsweise der Finanzinstitution und die ergriffenen Maßnahmen zur Verhinderung illegaler Schemata rechtfertigen. Darüber hinaus wurde die Entlassung der stellvertretenden Leiterin des Präsidentenamts, Irina Mudra, bekannt, die eine der Schlüsselfiguren des Falls ist.