In der Nacht vom 11. September führte Russland einen kombinierten Luftangriff auf die Ukraine durch, bei dem es laut Angaben der Luftstreitkräfte der Streitkräfte der Ukraine eine ballistische Rakete S8000 „Banderol“ sowie einen Schwarm aus 161 Kampfdrohnen einsetzte. Dies berichtete das Medium RBC-Ukraine unter Verweis auf offizielle Erklärungen der Luftstreitkräfte. Nach vorläufigen Angaben wurde die Rakete von dem Gebiet der Oblast Belgorod in Russland aus gestartet; zusammen mit ihr flogen in Richtung Ukraine 161 Drohnen des Typs Schahed, darunter auch Strahlvarianten, sowie Geräte des Typs „Herber“ und Imitatoren des Typs „Parodie“, die zur Überlastung der Abwehrmittel bestimmt sind.

Charakter des Nachtangriffs

Den veröffentlichten Informationen zufolge setzte der Gegner eine gemischte Taktik ein: einen präzisen Raketenschlag in Kombination mit einem massierten Anflug von Drohnen verschiedener Typen, einschließlich Strahlmodifikationen und falschen Zielen-Imitatoren. Genau diese Kombination soll gleichzeitig mehrere Ebenen der Luftverteidigung belasten und deren Wirksamkeit verringern. Einzelne Quellen berichteten zusätzlich, dass die Flugbahn der Rakete S8000 „Banderol“ mit einem Überflug über das Gebiet Moldawiens verlief, was die Reichweite und den Charakter des Einsatzes dieser Waffe unterstreicht.

Arbeit der Luftverteidigung und vorläufige Bilanz

Den Luftangriff abwehrten die Luftwaffe, die fliegerabwehrpanzertruppen, Einheiten der elektronischen Kampfführung, Operatoren unbemannter Systeme und mobile Feuergruppen der Verteidigungskräfte der Ukraine. Nach vorläufigen Angaben um 8:00 Uhr morgens hatten die Luftverteidigungsmittel 138 feindliche Drohnen – „Schahed“, „Herber“ und Drohnen anderer Typen – abgeschossen oder unterdrückt. Dabei trafen Mittel des Luftangriffs 19 Standorte, an weiteren drei Orten fielen Trümmerteile abgeschossener Ziele zu Boden. Das Medium betont, dass die Zahlen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorläufig sind und nach der Aufarbeitung der Folgen präzisiert werden können.

Folgen in Kiew

Zu den Folgen des Nachtangriffs zählt ein Feuer in einem neunstöckigen Wohnhaus im Dnipro-Bezirk von Kiew, das nach dem Einschlag einer feindlichen Drohne ausbrach. Nach vorliegenden Angaben wurden acht Personen verletzt: Zwei erlitten Verbrennungen und wurden ins Krankenhaus eingeliefert, ein weiteres Mädchen erlitt eine Splitterverletzung. Der Vorfall ist Teil einer Serie von Angriffen auf die Hauptstadtregion und erhöht die Belastung der Notfall- und Zivilschutzsysteme in Kiew.

Widersprüchliche Angaben

In den Erklärungen der beteiligten Seiten und in Veröffentlichungen verschiedener Medien gibt es Unstimmigkeiten, die zu berücksichtigen sind. Erstens wird in der Grundlage der Meldung von RBC-Ukraine und in einer Reihe von Materialien die Rakete als S8000 „Banderol“ bezeichnet, während in einer Veröffentlichung des Mediums Gazeta.ua im Kontext desselben Nachtangriffs ein Start einer „Iskander-M“ erwähnt wird – das heißt, in den offenen Quellen erscheinen zwei unterschiedliche Bezeichnungen der eingesetzten Raketenwaffe, und die endgültige Identifizierung erfordert eine zusätzliche Überprüfung. Zweitens sind alle quantitativen Kennzahlen (161 Drohnen, 138 Abschüsse, 19 Trefferstandorte) zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorläufig und können korrigiert werden. Drittens weisen einige Materialien auf einen Überflug der Rakete über das Gebiet Moldawiens hin, was in der grundlegenden Meldung über den Start aus der Oblast Belgorod nicht enthalten ist und eine Präzisierung der Flugbahn erfordert.

Kontext: Angriffe am Vortag

Der Nachtangriff vom 11. September war eine Fortsetzung der Serie von Angriffen auf die Oblast Kiew. Am Vortag führten die Russen ebenfalls Schläge gegen die Region aus, bei denen im Butschansker Bezirk infolge einer feindlichen Drohne ein ziviler Zug in Brand geriet. Damals wurden nach vorliegenden Angaben 17 Objekte beschädigt, eine Person kam ums Leben. Der wiederkehrende Charakter der Schläge auf die Hauptstadtregion belegt eine beständige Taktik des Gegners und eine anhaltend hohe Belastung der Luftverteidigung und der zivilen Infrastruktur.