Am 20. August 2026 hat sich Katalyst Space gemeinsam mit NASA offiziell von einer Schlüsselphase der experimentellen Mission zurückgezogen – der physischen Erfassung des Weltraumobservatoriums Neil Gehrels Swift und dem Anheben seiner Umlaufbahn mithilfe des Raumschiffs Link. Die Entscheidung wurde nach Konsultationen mit der amerikanischen Weltraumbehörde getroffen: anhaltende Probleme mit dem Ausrichtungssystem von Link machten einen Kontakt mit dem Teleskop zu riskant, berichtet SpaceNews. Der Rückzug war ein Wendepunkt für eine der ersten Versuche in der Geschichte, einen funktionierenden Satelliten zu „retten“, der ursprünglich nicht für den orbitalen Service ausgelegt war.

Was die Link-Mission tun sollte

Das Raumschiff Link wurde am 3. Juli 2026 mit der Rakete Pegasus XL in den Orbit gebracht und hatte eine ungewöhnliche Aufgabe: sich dem Observatorium Swift zu nähern, es zu erfassen und mit eigenen Triebwerken auf eine höhere Umlaufbahn zu bringen. Eine solche Operation hätte die Lebensdauer des wissenschaftlichen Geräts der NASA erheblich verlängern können, dessen Umlaufbahn schneller als erwartet abfällt. Der Erfolg der Mission hätte eine wichtige Demonstration der Technologie zur Verlängerung der Lebensdauer von Satelliten darstellen sollen, die nach dem Start keinen Service vorsahen.

Störung des Ausrichtungssystems

Kurz nach dem Start traten bei Link selbst schwerwiegende technische Probleme auf. Am 28. Juli teilte Katalyst Space mit, dass das Raumschiff aufgrund von Störungen im Ausrichtungssystem in ein unkontrolliertes Drehen um mehrere Achsen geriet. Insbesondere verlor es zwei der drei Schwungräder, die zur Steuerung der Position im Raum verwendet werden, und die Triebwerke des Reaktionsradsteuerungssystems funktionierten nur teilweise. Dies gefährdete die gesamte nachfolgende Phase der Annäherung an das Zielobjekt.

Stabilisierung und aktualisiertes Software

Den Ingenieuren gelang es, die Situation erheblich zu verbessern. Bis Anfang August wurde die Drehgeschwindigkeit von Link von 9 auf 1,47 Grad pro Sekunde reduziert. Zur Stabilisierung mussten elektrische Triebwerke verwendet werden, die ursprünglich für die Änderung der Umlaufbahn des Teleskops vorgesehen waren. Später installierten die Fachleute neue Flugsoftware, die die Fortsetzung der Mission ermöglichen sollte. Noch am 11. August rechnete Katalyst damit, dass Link nach dem Update Swift nähern und versuchen könnte, es zu erfassen.

Verzicht auf physischen Kontakt

Am 20. August verzichtete das Unternehmen jedoch nach Konsultationen mit NASA endgültig auf diesen Teil der Mission. Die Parteien geben die konkreten Kriterien nicht bekannt, nach denen die Operation als zu riskant eingestuft wurde. Link kann jedoch noch für Tests von Technologien des orbitalen Services verwendet werden: NASA und Katalyst erwägen, eine Annäherung und Operationen in unmittelbarer Nähe von Swift durchzuführen, jedoch ohne physischen Kontakt und anschließendes Anheben seiner Umlaufbahn.

Kontext: Warum Swift seine Umlaufbahn verliert

Swift ist seit 2004 im Weltraum tätig und spezialisiert sich vor allem auf die Untersuchung von Gammablitzen. Seine Umlaufbahn sinkt allmählich unter dem Einfluss der oberen Schichten der Erdatmosphäre. Hohe solare Aktivität erhöht die Dichte der Atmosphäre auf der Höhe des Satelliten, verstärkt den Widerstand und beschleunigt den Höhenverlust. NASA begann bereits 2025, die Möglichkeit zu prüfen, das Observatorium mit kommerziellen Raumschiffen zu retten, und die Link-Mission war der erste praktische Versuch, diese Idee umzusetzen.