Die ukrainische Sängerin Natalia Walewska hat sich offen zu ihrer ehemaligen Mentorin, der russischen Showbusiness-Legende Alla Pugschewa, geäußert. In einem kürzlich erschienenen Interview erzählte die Künstlerin, warum sie die Primadonna trotz der schwierigen politischen Lage respektiert, und verglich ihre Lebensentscheidung mit der Haltung der Ukrainer, die im Land bleiben.

Gewissen und Würde

Walewska betonte, dass ihr Respekt vor Pugschewa nicht auf beruflichen Leistungen, sondern auf moralischen Qualitäten beruht. Laut der Sängerin ist sie von der Courage der Primadonna beeindruckt, die Entscheidung getroffen zu haben, Russland zu verlassen und einen Strich unter alles zu ziehen, was sie jahrelang aufgebaut hatte.

„Nicht jeder hat den Mut dazu. Ich habe nicht in die Details eingegriffen, wie es geschah, wie das Land verlassen wurde, wie ein Strich unter alles gezogen wurde, was davor war. Für mich ist das Gewissen und Würde', so Natalia.

Nach Ansicht von Walewska werden Karriere und Ratings für viele Menschen zum Sinn des Lebens. Doch angesichts des Handelns von Pugschewa war dies für sie nicht die oberste Priorität. „Das bedeutet für Frau Alla, dass es nicht der Sinn des Lebens ist. Für sie liegt der Sinn des Lebens woanders. Aber das ist kein Phänomen mehr. Es ist ihre Entscheidung', fasste die ukrainische Künstlerin zusammen.

Parallele zu den Ukrainern

Interessanterweise zog Walewska eine direkte Parallele zwischen der Entscheidung von Pugschewa und der Wahl der Ukrainer, die trotz militärischer Aktionen und Beschuss in ihrem Land bleiben. Die Sängerin bezeichnete solche Menschen als willensstark und als „Menschen mit großem Anfangsbuchstaben'.

„Genau wie unsere Entscheidung, nicht aus der Ukraine zu fliehen, weiterzuleben, auch unter Beschuss. Für mich sind das willensstarke Menschen. Und das sind Menschen mit großem Anfangsbuchstaben. Wir sind keine Titanen, denn wir sind verletzlich. Wir können bei bestimmten Situationen zusammenzucken', betonte sie.

Umgang mit Kritik

Separat thematisierte Walewska die mögliche Hetze seitens der Öffentlichkeit aufgrund ihrer Sympathie für die russische Künstlerin. Sie gab zu, keine Angst vor Negativität zu haben, da sie sich selbst als Person kennt.

„Angst vor Hetze zu haben, heißt, sie überhaupt nicht anzunehmen. Ich kenne mich seit vielen Jahren. Ich bin ein guter Mensch. Wenn ich einen Fehler mache, sage ich immer: ‚Ich habe einen Fehler gemacht, bitte entschuldigen Sie mich‘. Wenn jemand etwas Schlechtes in mir sehen will, kann ich das nicht verbieten', erklärte die Sängerin.

Gleichzeitig betonte Natalia, dass sie konstruktive Kritik nicht ignoriert. Sie ist bereit, Anmerkungen zu analysieren, wenn sie von Experten oder einer großen Anzahl von Menschen kommen. „Das heißt ja nicht, dass man nicht zuhören muss. Ich höre auf die Meinung der Menschen, denn es gibt Experten, die auf Mängel hingewiesen haben. Wenn es eine große Anzahl von Menschen ist, habe ich geschrieben, mich hingesetzt und nachgedacht', fasste Walewska zusammen.