Die Nationalgarde der Ukraine hat die Durchführung einer internen Prüfung bezüglich des Vorfalls angekündigt, der sich am 2. November in der Region Kiew in Petropawliwskaja Borschtschahiwka ereignet hat. Dies teilten die NGU und das Büro des Militärombudsmanns unter Berufung auf eine Erklärung der Behörde und eine Mitteilung der Militärombudsfrau Olha Reschetilowa mit, berichtet RBC-Ukraine. Die Nationalgarde betonte, dass die Hauptaufgabe der Überprüfung darin bestehe, die realen Umstände des Vorfalls zu ermitteln und mögliche Verstöße aufzudecken. „Es wird eine interne Untersuchung angeordnet, Strafverfolgungsbehörden arbeiten daran, alle Umstände zu klären und eine unabhängige rechtliche Bewertung abzugeben. Wenn Verstöße festgestellt werden, werden die Schuldigen nach dem Gesetz zur Rechenschaft gezogen“, heißt es in der offiziellen Erklärung der NGU.
Verlauf der Prüfung und Zugang zu den Betroffenen
Die Nationalgarde teilte zudem mit, dass einige Angehörige und Vertreter der Öffentlichkeit bereits Zugang zu dem Gebäude erhalten haben, in dem sich die Ereignisse abspielten, und mit den Personen sprachen, die sich darin befanden. Die Behörde versprach, regelmäßig Informationen über den Zustand der Betroffenen und den Fortgang der Untersuchung zu veröffentlichen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der Erklärung waren keine zusätzlichen Anträge auf medizinische Hilfe eingegangen. Das Büro des Militärombudsmanns bestätigte seinerseits, dass es gemeinsam mit der NGU-Führung direkt vor Ort mit der Überprüfung der Umstände des Vorfalls begonnen habe. „Alle Soldaten sind in Sicherheit, die notwendige medizinische Hilfe wird geleistet“, bemerkte Reschetilowa. Das Büro rechnet mit einer Zusammenarbeit mit den Strafverfolgungsbehörden und dem Sicherheitsdienst der Ukraine.
Umstände des Vorfalls: Was im Haus geschah
Nach vorliegenden Angaben versammelten sich am 2. November Anwohner vor einem privaten Anwesen in Petropawliwskaja Borschtschahiwka. Nach in sozialen Netzwerken verbreiteten Informationen sollen im Keller des Hauses Männer festgehalten worden sein, die ihre Militäreinheiten unerlaubt verlassen hatten. Ein Rettungswagen wurde zum Tatort gerufen, doch Augenzeugen zufolge wurden Mediziner nicht auf das Gelände gelassen. Anwohner behaupteten, die Männer im Inneren würden geschlagen und misshandelt. Später, nachdem Ärzte endlich in das Haus gelassen worden waren, wurden mehrere Männer mit sichtbaren Verletzungen herausgeführt. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine offizielle Bestätigung dieser Informationen vonseiten der Behörden.
Position der NGU-Führung
Der Kommandeur der Nationalgarde, Oleksandr Piwnenko, bestätigte im Nachhinein, dass sich NGU-Soldaten im Haus befanden, die nach dem unerlaubten Verlassen einer Militäreinheit (fahnenflüchtig) entdeckt worden waren. Damit räumte die Behörde die Anwesenheit ihres Personals in den umstrittenen Räumlichkeiten ein, jedoch bleiben die Details ihrer Festnahme, der Haftbedingungen und möglicher Verstöße gegen die Festgenommenen Gegenstand der laufenden internen Untersuchung. Genau diese Untersuchung sowie die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden und des Büros des Militärombudsmanns sollen eine endgültige Antwort darauf geben, ob es Fälle von Misshandlung gab und wer dafür die Verantwortung trägt.
Kontext und nächste Schritte
Der Vorfall in Borschtschahiwka sorgte in der Gesellschaft und in sozialen Netzwerken für großes Aufsehen, wo Videos und Augenzeugenberichte veröffentlicht wurden. Ein nächtliches Foto vom Ort des Geschehens, auf dem Personen in dunkler Kleidung, eine Rauch- oder Gaswolke und ein Auto mit der Aufschrift „ДОПОМОГА“ (HILFE) und einer Telefonnummer zu sehen sind, wurde zu einem der am häufigsten zitierten in den Medien. Die Kernfrage lautet nun: Werden die Ermittlungsbehörden physische Einwirkungen auf die festgenommenen Soldaten feststellen und werden konkrete Personen zur Verantwortung gezogen? Die NGU und das Büro des Militärombudsmanns versprechen, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Fortgang der Prüfung und ihre Ergebnisse zu informieren.