Die internationale Unternehmensgruppe NEQSOL Holding hat den ersten Teil des Investitionsprogramms zur Entwicklung von UMCC Titanium (früher – Vereinigte Bergbau-Chemie-Gesellschaft, OGChK) bestätigt und erklärt, die Rohstoffbasis für Titannerz in der Ukraine ausbauen zu wollen. Dies teilte der stellvertretende CEO von UMCC Titanium, Rischad Aliev, Journalisten während eines Besuchs auf dem Irshanski-Bergbau- und Aufbereitungskombinat mit. Nach seinen Angaben hat der Aufsichtsrat 70 Mio. USD Investitionen für die nächsten zwei Jahre genehmigt, und das Unternehmen bereitet sich darauf vor, diese in Kürze umzusetzen. Das ausgearbeitete Programm ermöglicht es nach Einschätzung der Holding-Vertreter, UMCC bis 2028 in die Gewinnzone zu führen – jedoch ausschließlich unter der Bedingung der Aufhebung der Exportkontrolle für Rutil- und Zirkonkonzentrate.
Demurski-GOK: Aktive „immer auf der Agenda“, aber noch keine finale Entscheidung
Gesondert sprach Aliev über den Demurski-Bergbau- und Aufbereitungskombinat – ein Unternehmen zur Förderung und Aufbereitung von Titan-Zirkon-Erz am Woltschan-Vererzungsgebiet in der Oblast Dnipropetrowsk. Die Holding, so Aliev, erklärt konsequent ihre Absicht, weiter zu investieren und ihre Präsenz in der Ukraine auszubauen, und der Demurski-GOK sei „immer auf der Agenda“ und für das Unternehmen interessant. Eine finale Entscheidung über die Teilnahme an der Privatisierungsauktion für diese Aktive gibt es jedoch noch nicht. Zur Erinnerung: Der Kombinat gehörte zuvor dem sanktionierten russischen Oligarchen Michail Schelkow, wurde im Februar 2023 in Staatsbesitz konfisziert und dem Fonds des Staatseigentums der Ukraine zur Verwaltung übergeben; das Objekt ist in das große Privatisierungsprogramm aufgenommen worden, und die Auktion dafür wird auf den 20. Oktober vorbereitet.
Exportkontrolle: Das Unternehmen hat bereits etwa 35 Mio. USD Umsatz verloren
Als erstes und Hauptproblem nennt das Top-Management die Beschränkung des Exports von Rutil- und Zirkonkonzentraten, die etwa 50 % des Bruttowerts der Unternehmensprodukte ausmachen. Die bestehende Verfahrensweise und die langen Fristen für die Erlangung von Exportgenehmigungen ermöglichen es nach Angaben der UMCC-Vertreter nicht, effektiv auf den Märkten der EU und der USA zu konkurrieren, und haben bereits zu einem Verlust von rund 35 Mio. USD Devisenumsatz geführt. Genau die Aufhebung dieser Beschränkungen wird als Schlüsselbedingung für den Start des Investitionsprogramms und die Erreichung der Gewinnzone bis 2028 genannt.
Logistik und Personalmangel: das zweite und dritte Problem
Das zweite Problem ist die Logistik. Die Produkte des Wolnowogorski-GOK werden auf dem Seeweg in die USA exportiert, doch aufgrund der ständigen Beschuss des Hafens von Odessa funktioniert dieser faktisch nicht. Das Unternehmen entwickelt eine alternative Route über die Eisenbahn zu Häfen in Rumänien oder Polen, aber diese ist erheblich teurer: Die Logistikkosten erreichen bereits Millionen von Dollar pro Jahr, und eine Verdopplung der Transportkosten könnte die Rentabilität des Geschäfts auf null reduzieren. Das dritte Problem ist der Personalmangel: Von rund 4000 Arbeitnehmern des Unternehmens sind mehr als 600 in die Streitkräfte mobilisiert. Die Unternehmensvertreter weisen auf die Unzulänglichkeiten des Reservierungssystems hin – nicht reservierte Mitarbeiter werden mobilisiert, woraufhin das Unternehmen gesetzlich verpflichtet ist, die reservierte Anzahl zu reduzieren. Aufgrund des Personalmangels kann beispielsweise der Rotorenbagger in Wolnowogorsk nicht vollumfänglich arbeiten, der neun Operatoren erfordert, während nur drei vorhanden sind, und der Grubenleiter ist gezwungen, gleichzeitig die Aufgaben eines Separators und eines Schweißers zu erfüllen und sich um die Reparatur der Ausrüstung zu kümmern.
Wer steht hinter UMCC Titanium
Zu UMCC Titanium gehören zwei integrierte Bergbau- und Aufbereitungskomplexe – Wolnowogorski und Irshanski –, die Kunden in der Luft- und Raumfahrt-, Chemie- und Industriebranche weltweit mit Ilmenit-, Rutil- und Zirkonkonzentraten versorgen. Im Juni 2025, nach Abschluss des Privatisierungsprozesses, wurde das Unternehmen Teil der internationalen Gruppe NEQSOL Holding mit Hauptsitz in Amsterdam; deren Gründer und Inhaber von 100 % der Aktien ist der aserbaidschanische Geschäftsmann und Mäzen Nasib Gasanow. Daneben steht die Einschränkung von Aliev selbst: Die finale Entscheidung zur Erweiterung des Geschäfts, insbesondere zum Demurski-GOK, hängt nicht nur von der Frage der Exportkontrolle ab, sondern auch von einer Reihe anderer Faktoren – Risiken der Nähe zur Frontlinie, Logistik und Stromkosten.