In Israel läuft die Stimmenauszählung nach den Parlamentswahlen vom 27. Oktober 2026 weiter. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission, die von The Times of Israel gemeldet und von RBC-Ukraine wiedergegeben wurden, errang der Block unter Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei einer Auszählung von über 85% der Stimmen 53 Sitze in der Knesset.

Stand der Auszählung: 85,6% der verarbeiteten Stimmzettel

Die Kommission hat rund 93% der regulären Stimmzettel bearbeitet, was 85,6% der Gesamtzahl entspricht. Für eine parlamentarische Mehrheit sind mindestens 61 Sitze erforderlich, weshalb das aktuelle Ergebnis von Netanjahus Block ihm keine eigenständige Koalitionsbasis garantiert. Es verbleiben die restlichen 7% der regulären Stimmzettel sowie etwa 600.000 Stimmen aus doppelten Umschlägen, die in den kommenden Tagen hinzugefügt werden.

Die 3,25%-Hürde: Wer den Einzug in die Knesset verpasst hat

Mehrere politische Kräfte konnten die Sperrklausel von 3,25% nicht überwinden: Die „Reservisten“ (2,6%), das „Volk Israels“ (1,6%) und „Charedi“ (0,2%). Somit werden diese Blöcke nicht mit Abgeordneten im neuen Parlament vertreten sein.

Rekordwahlbeteiligung und angespannter Wahlkampfkontext

Bei den Wahlen am 27. Oktober wurde eine Rekordwahlbeteiligung seit 1999 von über 77,7% verzeichnet. Der Wahlkampf fand vor dem Hintergrund eines scharfen politischen Kampfes und sicherheitspolitischer Herausforderungen in der Region statt, was nach Einschätzung von Beobachtern die Beteiligung der Wählerschaft erhöhte. In früheren Auszählungsphasen lag Netanjahus Block Berichten zufolge ebenfalls vorn und führte vor dem Oppositionsbündnis, wobei sich die genauen Zahlen mit der Bearbeitung der Stimmzettel änderten.

Koalitions-Puzzle: 61 Mandate im Blick

Die zentrale Frage bleibt die Konfiguration der künftigen Koalition, da kein Block bisher eine absolute Mehrheit von 61 Mandaten garantieren konnte. Dies bedeutet, dass das endgültige Kräfteverhältnis von Verhandlungen zwischen den Parteien, die die Hürde überschritten haben, und der Verteilung der Stimmen aus den doppelten Umschlägen abhängen wird.

Auswirkungen auf die Ukraine und den Nahen Osten

Experten analysierten die möglichen Folgen der israelischen Wahlen für die Ukraine und Szenarien für die Entwicklung im Nahen Osten. Ihrer Ansicht nach hätte ein Sieg der Opposition den Dialog zwischen Kiew und Jerusalem intensivieren können, insbesondere bei der Abwehr iranischer Drohnen und dem Austausch militärischer Erfahrungen. Gleichzeitig kann eine Umgestaltung der Macht in Israel das generelle Kräfteverhältnis und die geopolitische Lage in der Region maßgeblich beeinflussen.