In der Ukraine wurden aktualisierte Regeln für den Betrieb des Eisenbahnverkehrs und der Bahnhöfe während Luftalarmen verabschiedet. Wie der Ministerpräsident Serhij Horytski mitteilte, hängen ab sofort der Fahrplan der Züge und das Verfahren zur Ein- und Aussteigung der Fahrgäste direkt vom im jeweiligen Gebiet ausgerufenen Bedrohungslevel ab. Der Mechanismus führt eine klare Abgrenzung der Maßnahmen von Eisenbahnbediensteten und Fahrgästen je nach Gefahrenstufe ein und soll die Reaktion auf Alarme für Millionen von Fahrgästen flexibler und vorhersehbarer machen. Auf dem Foto ist die Fassade des Zentralbahnhofs Kiew zu sehen, eines der wichtigsten Knotenpunkte, auf den die neuen Anforderungen ebenfalls ausgedehnt werden.
Reaktion, gekoppelt an das Bedrohungslevel
Die zentrale Neuerung besteht darin, dass der einheitliche „Notfallmodus“ durch ein differenziertes System ersetzt wird: Die Maßnahmen an den Bahnhöfen und in den Zügen werden nun an die konkrete Gefahrenstufe angepasst. In der öffentlichen Erklärung wird betont, dass das System der Luftalarme in Stufen unterteilt ist (u. a. „gelb“ und „rot“), und genau von dieser Unterteilung die Entscheidungen über Verspätung, Absage oder Fortsetzung der Fahrten sowie über die Reihenfolge des Ein- und Aussteigens der Menschen abhängen. Dieser Ansatz ermöglicht es, den gesamten Verkehr bei minimaler Bedrohung nicht stillzulegen und umgekehrt die Knotenpunkte bei echter Gefahr schnell in den Schutzmodus zu versetzen.
Befugnisse der „Ukrzaliznyzia“ und Automatisierung der Entscheidungen
Die „Ukrzaliznyzia“ erhielt das Recht, den Verkehr оперативно einzuschränken und sowohl das rollende Material als auch die Fahrgäste vor Ort zu verteilen, um eine gefährliche Ansammlung von Menschen auf den Bahnsteigen und in den Wartehallen zu vermeiden. Damit die Entscheidungen sofort getroffen werden können, wird die automatische Erfassung der Daten zum Bedrohungslevel eingeführt: Die entsprechenden Weisungen wurden bereits dem Infrastrukturministerium und dem Staatlichen Dienst für Notfälle übermittelt. Das bedeutet, dass die Dispositionsdienste auf eine Änderung des Alarmstatus ohne manuelle Verzögerungen und bürokratische Abstimmungen reagieren können.
Bunker in den Bahnhöfen und verstärkter Schutz
Gleichzeitig ist die „Ukrzaliznyzia“ gemeinsam mit den lokalen Gemeinden und den regionalen Militärverwaltungen verpflichtet, den Zugang zu Bunkern unmittelbar in den Bahnhöfen zu erweitern. Das Innenministerium und die Nationale Polizei werden den Schutz der Bahnhöfe zusätzlich verstärken und im Bedrohungsfall die Evakuierung der Menschen übernehmen. „Für alle Gemeinden ist die dringende Aufgabe, die Installation mobiler Bunker so schnell wie möglich voranzutreiben. Das ist entscheidend, damit die Menschen sich im Gefahrenfall schnell verstecken können. Die Sicherheit der Fahrgäste und der Eisenbahnbediensteten ist selbstverständlich oberste Priorität“, betonte Horytski.
Kopplung an den öffentlichen Nahverkehr und die Arbeit anderer Behörden
Den Regionen wurde aufgetragen, die Fahrpläne des öffentlichen Nahverkehrs an den Zugfahrplan anzupassen, mit besonderem Augenmerk auf den Nachtdienst, damit Fahrgäste bei eingeschränktem Verkehr nicht ohne Verbindung zwischen Bahnhof und Zuhause zurückbleiben. Dabei erinnern die Medien daran, dass die „Ukrposchta“ erklärte, die Unterteilung der Alarme habe die Öffnungszeiten der Filialen nicht geändert: Post-, Finanz- und Sozialesleistungen werden weiterhin nach den geltenden Sicherheitsalgorithmen erbracht. Eine ähnliche Logik gilt auch für die ZNAPs und sozialen Einrichtungen, die gemäß der neuen Unterteilung der Alarme in Stufen weiterarbeiten.