In der Ukraine sind neue Regeln für den Betrieb des Eisenbahnverkehrs und der Bahnhöfe bei Luftalarm in Kraft getreten. Der entsprechende Mechanismus wurde am 17. September vom Kabinett der Minister der Ukraine genehmigt, und die «Ukrzaliznytsja» (UZ) veröffentlichte Erläuterungen dazu, wie Züge und Stationen je nach Bedrohungsstufe funktionieren werden. Das Schlüsselprinzip der neuen Ordnung ist die Differenzierung der Verfahren nach Gefahrengrad: Was bei gelber Stufe zulässig ist, wird bei roter Stufe entweder eingestellt oder in einen Modus der Evakuierung der Menschen in Schutzräume überführt.
Wie sich der Betrieb der Bahnhöfe bei gelber Bedrohungsstufe ändert
Bei gelber Bedrohungsstufe verkehren die Züge im regulären Betrieb. Ihr Empfang, ihre Abfahrt und andere technologische Prozesse sind ebenso erlaubt wie das Ein- und Aussteigen der Passagiere an Bahnhöfen, Stationen und Bahnsteigen. Passagiere können nach eigenem Ermessen auf den Bahnhöfen und Stationen bleiben, sie müssen jedoch über die Bedrohungsstufe und den Standort der nächstgelegenen Schutzräume informiert werden. Der gelbe Alarm stoppt den Verkehrsprozess also nicht, aktiviert aber einen verstärkten Informationsmodus.
Was bei rotem Alarm geschieht
Bei roter Bedrohungsstufe werden das Ein- und Aussteigen der Passagiere eingestellt. Passagiere, Eisenbahnmitarbeiter und andere Besucher der Bahnhöfe und Stationen werden in die nächstgelegenen Schutzräume verbracht. Dabei wird der Betrieb der bereits auf der Strecke befindlichen Züge nicht automatisch eingestellt: Die Entscheidung für jeden Zug wird einzeln unter Berücksichtigung der operativen Lage und der von den Monitoring-Gruppen der «Ukrzaliznytsja» bereitgestellten Daten zu Luftbedrohungen getroffen. Das Unternehmen wird zudem die Passagierströme und das Rollmaterial verteilen, um deren Ansammlung zu verhindern; bei Bedarf kann der Betrieb einzelner Züge eingeschränkt oder vorübergehend ausgesetzt werden.
Rolle der Monitoring-Gruppen und Schutz des Personals
Die Pressestelle der UZ betonte, dass die Monitoring-Gruppen rund um die Uhr die Lage im Bereich der Sicherheit überwachen. Bei Entdeckung von Luftzielen, die eine Bedrohung für Passagiere oder Mitarbeiter darstellen könnten, informieren sie die Eisenbahner umgehend, woraufhin bei Bedarf Maßnahmen zur Verbringung der Menschen in einen Schutzraum oder andere sichere Orte ergriffen werden. Für Mitarbeiter, die direkt mit Zügen arbeiten, ist zudem die Bereitstellung zusätzlicher persönlicher Schutzausrüstung – Schutzhemden und Helmen – vorgesehen.
Informierung der Passagiere und Geltungsdauer der Regeln
An Bahnhöfen und Stationen werden die Passagiere zusätzlich über Lautsprecher, Informationstafeln, die Website und die App der «Ukrzaliznytsja» informiert. Außerdem werden Empfehlungen zum Verhalten bei den verschiedenen Bedrohungsstufen sowie die Routen zu den nächstgelegenen Schutzräumen veröffentlicht. Die neuen Regeln gelten für die gesamte Dauer des Kriegszustands.