Ukrainische Drohnen ändern ihre Angriffsstrategie gegen Russland. Während früher der Fokus auf massiven Angriffen auf Raffinerien lag, konzentriert sich die Aufmerksamkeit nun auf die gezielte Zerstörung kritischer Knotenpunkte – von Ausrüstung, ohne die die Unternehmen nicht funktionieren können. Dieser Ansatz, so ukrainische Militärs und Drohnenbetreiber, verursacht nicht nur Schäden, sondern erschwert und verteuert die Wiederherstellung der Objekte für die russische Seite erheblich.
Sorgfältige Planung und Reserveziele
Jede Operation durchläuft nun eine detaillierte Analyse. Vor dem Start erhalten die Betreiber von Ingenieuren Empfehlungen zu den verwundbarsten Elementen industrieller Anlagen. Zudem haben sie immer Reserveziele parat – für den Fall, dass das Hauptziel aufgrund russischer Luftabwehrsysteme oder anderer Störungen unzugänglich ist.
Betreiber berichten, dass Drohnen beschädigte Objekte immer häufiger angreifen, noch bevor deren Reparatur abgeschlossen ist. Dies verhindert, dass die Unternehmen schnell wieder in Betrieb gehen, und erzeugt einen Effekt des ständigen Drucks.
Westliche Aufklärung als Schlüsselinstrument
Eine wichtige Rolle in der neuen Taktik spielen Aufklärungsdaten der USA und Frankreichs. Sie ermöglichten die Erstellung einer Karte der Positionierung russischer Luftabwehrsysteme und die Bestimmung von Routen, auf denen Drohnen tief in das russische Territorium eindringen können, ohne die Zonen der Luftabwehr zu durchqueren.
Dank dieser Daten haben ukrainische Stabsplaner eine detaillierte Karte des russischen Energienetzes erstellt. Dies half, Knotenpunkte zu identifizieren, deren Beschädigung massive Störungen im gesamten System verursachen könnte, sowie Ausrüstung, die am schwierigsten zu ersetzen ist.
Zerstörung von Luftabwehr und elektronischer Kriegsführung – Teil der Strategie
Der Befehlshaber der unbemannten Systeme, Robert Brovdi, betonte, dass die Kampagne auf der systematischen Zerstörung russischer Luftabwehr-, Radar- und elektronischer Kampfsysteme basiert. Dies öffnet „Korridore“ für Angriffsdrohnen und erhöht deren Effektivität.
„Das Ziel ist klar: Die Quellen zu zerstören, die Putins Krieg finanzieren, und den militärisch-industriellen Komplex, der die Besatzungsarmee mit Waffen versorgt“, erklärte Brovdi.
Ausweitung der Drohnenfähigkeiten
Die Ukraine baut das Potenzial ihrer Langstreckendrohnen weiter aus. Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass die maximale Reichweite ukrainischer Drohnen bereits in diesem Jahr 4.000 Kilometer erreichen wird und im nächsten Jahr 5.000 bis 10.000 Kilometer betragen wird. Dies wird eine neue Etappe in der Entwicklung des ukrainischen Drohnenprogramms darstellen und die Geographie möglicher Angriffe erweitern.
Laut ukrainischen Kommandeuren wird die Intensität der Langstreckenanschläge auf russischem Territorium nicht nachlassen. Im Gegenteil, sie wird mit der Verbesserung von Technologie und Taktik zunehmen.