Das Vera C. Rubin Observatorium hat die Existenz eines großen Himmelskörpers am äußeren Rand des Sonnensystems aufgezeichnet, der die vorläufige Bezeichnung 2026 ED138 erhalten hat. Das neue Objekt befindet sich in einer Entfernung von rund 6,92 Milliarden Kilometern von der Sonne und stellt die bisher größte Entdeckung unter fast 2.300 transneptunischen Körpern dar, die bei jüngeren Durchmusterungen des Südhimmels identifiziert wurden. Die Entdeckung hat das wissenschaftliche Verständnis der Systemgrenzen um etwa 50 Prozent erweitert.
Eigenschaften und Parameter des neuen Himmelskörpers
Die genauen Abmessungen von 2026 ED138 sind Gegenstand von Berechnungen und hängen vom Rückstrahlvermögen seiner Oberfläche ab. Wenn das Eis oder Material auf dem Körper eine hohe Reflektivität aufweist, beträgt der Durchmesser des Objekts etwa 595 Kilometer. Bei einer dunklen Oberfläche erhöht sich die Schätzung des Durchmessers auf bis zu 1.497 Kilometer, was vergleichbar mit bekannten Zwergplaneten wie Haumea und Makemake ist.
Die Umlaufbahn des Himmelskörpers weist eine ausgeprägte elliptische Form auf und ist um fast 25 Grad gegenüber der Ekliptikebene der Hauptplaneten geneigt. Eine Analyse der Flugbahn zeigt, dass sich das Objekt im inneren Sonnensystem in der Nähe von Jupiter und Saturn gebildet haben könnte, von wo aus es später durch die Gravitationskräfte der Riesenplaneten nach außen gedrängt wurde.
Kontext der Erforschung transneptunischer Objekte
Die Ereignisse des Jahres 2006, als die Internationale Astronomische Union Pluto in die Kategorie der Zwergplaneten einstufte, schufen klare Kriterien für solche Objekte. Sie müssen über eine ausreichende Gravitation verfügen, um eine abgerundete Form beizubehalten, aber nicht in der Lage sein, ihre Umlaufbahn von anderen großen Körpern zu bereinigen. 2026 ED138 fügt sich nahtlos in dieses wissenschaftliche Paradigma ein.
Die groß angelegte Himmelsdurchmusterung des Rubin-Observatoriums bestätigt die Hypothesen von Astronomen über die mögliche Existenz weiterer massiver und bislang unentdeckter Körper im Kuipergürtel und darüber hinaus. Dabei handelt es sich um potenzielle Kandidaten von der Größe des Mars oder sogar noch größer, die sich in den Weiten des Alls verbergen.
Weitere Forschungen und wissenschaftliche Pläne
In naher Zukunft beabsichtigt die astronomische Gemeinschaft, das Weltraumteleskop JWST für eine detaillierte Untersuchung des entdeckten Kandidaten einzusetzen. Wissenschaftler planen, die mögliche Existenz von Begleitern um 2026 ED138 nachzuweisen, was eine präzise Berechnung von Masse und Dichte des Himmelskörpers ermöglichen wird.
Zudem beabsichtigen die Forscher, die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Oberflächenschicht zu untersuchen, indem sie beobachten, wie das Objekt vor dem Hintergrund entfernter Sterne der Milchstraße vorbeizieht. Diese Daten werden helfen, die frühe Migrationsgeschichte der Riesenplaneten und die Evolution der äußeren Grenzen des Sonnensystems zu rekonstruieren.