Am 26. August 2026 stellte das Ölraffinerie-Werk „Lukoil-Nischnenjewteorgsintez“ (NORSI) in der Stadt Kstowo in der Region Nischni Nowgorod die Verarbeitung von Rohöl nach einem Angriff eines ukrainischen Drohnenfahrzeugs ein. Der Gouverneur Gleb Nikitin meldete die Beschädigung des Industrieanlagenkomplexes im Gebiet, und wenig später bestätigte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte, dass das Ziel des Angriffs eines der größten Werke der russischen Ölverarbeitungsbranche war.

Bestätigung des Angriffsziels

Zunächst beschränkten sich die regionalen Behörden auf eine allgemeine Formulierung über die Beschädigung eines „nicht genannten Industrieanlagenkomplexes“. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte präzisierte jedoch später, dass es sich genau um NORSI handelt – den zweitgrößten Benzinhersteller und das leistungsmäßig viertgrößte Raffineriewerk Russlands. Laut RBC-Ukraine trafen die Streitkräfte der Ukraine das Werk in der Nacht zum 26. August, und auf seinem Gelände brach infolge der Treffer ein Feuer aus.

Alle großen Werke von „Lukoil“ stillgelegt

Der Angriff auf NORSI war der letzte einer Serie von Angriffen, nach denen nach vorliegenden Angaben alle wichtigen russischen Raffinerien des Unternehmens „LUKOIL“ ihre Arbeit eingestellt haben. Das Perm-Ölraffineriewerk wurde am 21. August nach einem Drohnenangriff stillgelegt, das Wolgograd-Ölraffineriewerk am 31. Juli. Zuvor, am 14. August, griffen ukrainische Drohnenfahrzeuge fast ein Drittel der großen Ölraffinerien des Landes an. Besonders hervorgehoben wird die vollständige Stilllegung der PAO „Orsknjetorgsintez“ – eines der führenden Raffineriewerke Russlands – nach ukrainischen Angriffen.

Produktionskapazitäten und Wiederherstellungszeiträume

NORSI kann etwa 15 Millionen Metriktonnen Rohöl pro Jahr verarbeiten, was es zu einem entscheidenden Vermögenswert für den inländischen Kraftstoffmarkt macht. Quellen konnten jedoch keine Angaben zu den Zeiträumen für die Beseitigung der Schäden und die Wiederaufnahme der Verarbeitungsbetrieb machen. Das bedeutet, dass Einbußen bei der Benzin- und anderen Erdölproduktproduktion für unbestimmte Zeit anhalten können.

Widersprüchliche Angaben

Bei der Einschätzung des Schadensumfangs und der Datierung der Ereignisse widersprechen sich die Quellen. So charakterisiert das deutsche Medium DW die Folgen des Angriffs als eine Halbierung der Kapazitäten des Lukoil-Werks, während andere Meldungen von einer vollständigen Einstellung der Rohölverarbeitung auf NORSI sprechen. Außerdem ist der Beitrag von pravda.com.ua, der den Drohnenangriff auf das Raffineriewerk in der Region Nischni Nowgorod mit Brand beschreibt, laut Link auf Mai 2026 (2026/05/20) datiert, was mit dem 26. August nicht übereinstimmt. Dies kann entweder auf verschiedene Vorfälle in derselben Region oder auf Ungenauigkeiten bei der Datierung in einzelnen Veröffentlichungen hinweisen; daher sind der genaue Schadensumfang und die Chronologie der Angriffe auf dieses Werk als teilweise unbestätigt zu betrachten.