Der norwegische Königshof gab am 28. August den Tod von König Harald V. bekannt. In der offiziellen Erklärung, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, heißt es: „Mit tiefer Trauer geben wir bekannt, dass Seine Majestät König Harald heute verstorben ist“. Nach Berichten des Palastes trat der Tod um 06:35 Uhr ein. Am Vortag, am 27. August, wurde bekannt, dass sich der Monarch in einem Krankenhaus in Oslo in einem extrem schweren Zustand befand, was das tragische Ende vorbestimmte.
Ursache des Todes und Krankenhauseinweisung
Laut ersten Berichten wurde der König aufgrund einer hämolytischen Anämie – einer Erkrankung, bei der die roten Blutkörperchen schneller zerstört werden, als der Körper sie ersetzen kann – sowie der damit verbundenen Komplikationen ins Krankenhaus eingeliefert. Genau dieser Zustand war nach Angaben norwegischer Medien die unmittelbare Ursache für die Verschlechterung der Gesundheit des Monarchen und seinen anschließenden Tod. Das Alter, in dem Harald V. verstarb, betrug 89 Jahre: Er wurde am 21. Februar 1937 geboren.
Widersprüchliche Angaben
In Veröffentlichungen verschiedener Medien wird die Todesursache unterschiedlich formuliert. RBC-Ukraine und eine Reihe norwegischer Quellen nennen die hämolytische Anämie und ihre Komplikationen als Grund für die Krankenhauseinweisung und den Tod. Gleichzeitig nennen russische Medien (etwa kp.ru) eine Infektion als Todesursache. Diese Versionen können sich ergänzen – die Infektion könnte eine Komplikation vor dem Hintergrund der Anämie gewesen sein –, jedoch werden sie in den öffentlichen Erklärungen unterschiedlich dargestellt. Ein ausführliches offizielles medizinisches Gutachten, das diesen Widerspruch ausräumt, lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht vor, daher werden beide Ansichten offen dargelegt.
Der Weg zum Thron
Harald V. war der einzige Sohn von König Olav V. und Prinzessin Märtha von Schweden. Während des Zweiten Weltkriegs, nach der Besetzung Norwegens durch das nationalsozialistische Deutschland, reiste der zukünftige König zusammen mit seiner Mutter und seinen Schwestern in die USA aus, während sein Vater, der damalige Kronprinz Olav, zusammen mit der norwegischen Exilregierung in Großbritannien blieb. Vor seiner Thronbesteigung absolvierte Harald eine militärische Ausbildung und diente in den norwegischen Streitkräften. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1991 erbte er den Thron und regierte Norwegen mehr als 35 Jahre lang.
Familie und Thronfolger
Im Jahr 1968 heiratete Harald Sonja Haraldsen, die aus einer gewöhnlichen norwegischen Familie stammte, was an sich ein bemerkenswerter Schritt für die königliche Linie war. Das Paar hatte zwei Kinder – Prinzessin Märtha Louise und Kronprinz Haakon, der Berichten zufolge der Thronfolger ist. Somit nimmt nach dem Tod Haralds V. Haakon die erste Position in der Thronfolge ein.
Der „Volks“-Monarch und Sportler
Harald V. war für seinen relativ informellen Stil und seinen Wunsch bekannt, eine enge Verbindung zwischen der königlichen Familie und der norwegischen Gesellschaft zu pflegen. In Norwegen hat der Monarch vor allem zeremonielle und repräsentative Befugnisse, was es ihm ermöglichte, sich auf öffentliche und symbolische Funktionen zu konzentrieren. Parallel zu seiner staatlichen Tätigkeit war der König sportlich aktiv, insbesondere im Segelsport: Er vertrat Norwegen dreimal bei den Olympischen Spielen und gewann 1964 in Tokio eine Goldmedaille im Segelsport. Sein Tod war ein großes Ereignis für die norwegische Monarchie und die Gesellschaft.