Das norwegische Unternehmen Uncrew Robotics AS hat den bodengebundenen robotergestützten Komplex (NRK) Uncrew IC 12 Defence vorgestellt, der auf logistische und ingenieurtechnische Aufgaben im militärischen Bereich ausgerichtet ist. Laut Angaben der Publikation Hartpunkt, auf die sich RBC-Ukraine bezieht, fand die Premiere der Plattform auf dem 10. KSK-Symposium (Kommando Spezialkräfte) statt, das sich mit Fragen der Bewaffnung befasste. Wie der Hersteller angibt, wurde die Plattform bereits von den norwegischen Streitkräften eingeführt und auf der Grundlage landwirtschaftlicher Technik entwickelt, was ihre hohe Geländegängigkeit und konstruktive Zuverlässigkeit unter Feldbedingungen erklärt.
Konstruktion und Steuerbarkeit
Das entscheidende Merkmal des Uncrew IC 12 Defence ist, dass jedes der vier Räder gelenkt und mit einem separaten Elektroantrieb ausgestattet ist. Dank dieser Bauweise kann der Roboter, ähnlich wie Raupenfahrzeuge, auf der Stelle wenden und seitwärts fahren, was für das Manövrieren in beengten Verhältnissen von entscheidender Bedeutung ist. Die Steuerung des Geräts ist in drei Modi möglich: ferngesteuert, halbautonom und vollautonom, was eine flexible Anpassung an die konkrete Aufgabe und das Qualifikationsniveau des Bedieners erlaubt.
Logistik ohne Menschen: Paletten und Ladung
Das in den Rumpf integrierte Gabelsystem ermöglicht es, Europalletten mit einem Gewicht von etwa einer Tonne autonom zu heben, zu transportieren und abzusetzen, ohne dass Personal eingesetzt werden muss. Dies macht, so der Hersteller, die vollständige Automatisierung des Munitionstransports möglich. Zusätzlich kann das Gerät bis zu 1,2 Tonnen Ladung „unter der Aufhängung' mitführen: In diesem Modus werden Transport und Entladung autonom ausgeführt, während das Beladen fremde Hilfe erfordert. Die Gesamt-Nutzlastkapazität der Plattform erreicht zwei Tonnen – sowohl für Ladung als auch für diverses Werkzeug.
Ingenieurtechnische Funktionen und Einsatz in Norwegen
Die standardmäßige hydraulische Schnittstelle an der Vorderseite des Rumpfes erlaubt die Montage wechselbarer Ausrüstungssätze – Schaufeln, Bürsten oder Gabeln – für Erdarbeiten und das Verschieben von Materialien. In Norwegen, so Angaben des Herstellers, wird der Roboter unter anderem zur Reinigung der Start- und Landebahnen militärischer Flugplätze eingesetzt. Auf dem KSK-Symposium wurde der Komplex in der Konfiguration eines Munitionstransporters ohne Werkzeugset demonstriert; der Hersteller betont jedoch auch die Möglichkeit, die Plattform als Sensor-Träger zu nutzen.
Widersprüchliche Angaben
In öffentlichen Materialien werden mehrere Zahlen zur Tragfähigkeit genannt: „bis zu zwei Tonnen Nutzlast', „bis zu 1,2 Tonnen unter der Aufhängung' und „Paletten von etwa einer Tonne'. Auf den ersten Blick wirkt dies wie eine Unstimmigkeit, tatsächlich handelt es sich jedoch um verschiedene Betriebsmodi und nicht um einen Widerspruch: zwei Tonnen ist die Gesamt-Nutzlastkapazität (einschließlich Werkzeug), 1,2 Tonnen der Modus des autonomen Transports und der autonomen Entladung „unter der Aufhängung', und etwa eine Tonne das Gewicht der Europalette, die das Gabelsystem vollständig autonom hebt. Verschiedene Quellen (RBC-Ukraine und 24tv) übermitteln dieselben Parameter; wesentliche Abweichungen in Daten oder Merkmalen zwischen ihnen wurden nicht festgestellt.
Kontext für die Ukraine
Die Frage der Logistik mit Hilfe bodengebundener robotergestützter Komplexe bleibt eine der Schlüsselthemen für die ukrainische Armee. Wie RBC-Ukraine bereits feststellte, erhielt die NRK-Schule KILLHOUSE Academy im August den schweren Komplex Protector. Laut dem Gründer der Schule, Wiktor Pawlow, basiert die Taktik des Einsatzes solcher NRK gerade auf der Logistik: Der Komplex liefert erhebliche Ladungsmengen zu Zwischenverladeorten, von wo aus kleinere NRK sie direkt an die Stellungen verteilen. Der norwegische Uncrew IC 12 Defence demonstriert eine ähnliche Philosophie – die Automatisierung des Nachschubs und der Entladung ohne menschliches Eingreifen in der Gefahrenzone.