In den Bedingungen eines modernen Krieges, in dem jeder Kilometer lebensgefährlich sein kann und Standardfahrzeuge oft gegen Schlamm und unwegsames Gelände machtlos sind, haben ukrainische Soldaten eine unkonventionelle Lösung gefunden. In der 115. Brigade des Territorialen Verteidigungskorps (TVO) wurde ein eigener bodengebundener Roboterkomplex (NRK) namens „Pegas' entwickelt. Dieses Fahrzeug bewältigt nicht nur schwierige Abschnitte, die für serienmäßige Analoga unzugänglich sind, sondern kostet auch ein Vielfaches weniger als Fabrikmodelle.
Antwort auf die Herausforderungen des Geländes
Die Idee, eigene Technik zu entwickeln, entstand aus einer dringenden Notwendigkeit. Der Ingenieur der Brigade, Boris, beschreibt die Situation, mit der die Soldaten konfrontiert waren: „Kürzlich war es nach dem Regen selbst mit einem Quad schwierig, hineinzufahren. Und Standardfahrzeuge setzen sich im Sumpf einfach auf den Bauch und bleiben stecken'.
Genau solche logistischen Sackgassen veranlassten die Militärs, eine Ingenieurewerkstatt zu gründen. Hier wird nicht nur Technik repariert, sondern neue Modelle konstruiert und zusammengebaut: NRKs, Relaisstationen und Ausrüstung wird für spezifische Kampfaufgaben modernisiert.
Konstruktive Flexibilität und Kosteneinsparung
Der Hauptunterschied von „Pegas' zu Fabrikrobotern ist die Abwesenheit starrer Konstruktionspläne. Das Design wird für spezifische Bedürfnisse und das Gelände entwickelt. In der Produktion werden gebrauchte Komponenten verwendet, und Motoren werden manchmal auf der Anzeigenplattform OLX gesucht. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Technik deutlich günstiger zu machen, ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen.
Die wichtigsten technischen Merkmale, die die Geländegängigkeit gewährleisten:
- Erhöhter Bodenfreiheit zur Überwindung von Hindernissen.
- Einbau von luftlosen Rädern, die keine Angst vor Durchstichen haben und in Schlamm für Traktion sorgen.
- Modulare Konstruktion, die schnell für neue Aufgaben modernisiert werden kann.
Logistik und Energieversorgung
Gegenwärtig wird der Roboter hauptsächlich für logistische Aufgaben eingesetzt. Er liefert Wasser, Treibstoff, Munition und Lebensmittel an vorderste Positionen. Pro Fahrt transportiert „Pegas' bis zu 200 kg Fracht, während er bei Tests jedoch erfolgreich eine extreme Belastung von 370 kg standhielt.
Der Brigade wurde besonderes Augenmerk auf das Stromversorgungssystem gelegt. Die meisten NRKs benötigen Stunden zum Aufladen, was unter Kampfbedingungen kritisch ist. Die Ingenieure fanden eine Lösung: Der Roboter arbeitet mit austauschbaren Akkus. Wenn die Batterie leer ist, muss die Besatzung nur den Satz wechseln, und nach wenigen Minuten ist die Technik wieder einsatzbereit.
Um dieses System zu realisieren, entwickelten Ingenieure aus Lwiw von der Firma PAWELL Battery spezielle Akkus für schwere Drohnen und bodengebundene Komplexe. Diese basieren auf Technologien industrieller Stromversorgungssysteme, speziellen Controllern für eine gleichmäßige Entladung und Leistungsbussen mit minimalen Energieverlusten.
Kontext der Entwicklung der Robotik in den Streitkräften der Ukraine
„Pegas' ist nicht der einzige Erfolg der ukrainischen Militärtechnik. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium den Aufklärungs- und Angriffs-NRK „Zmei Mini Angriffs', der mit einem Granatwerfer ausgestattet ist, kodifiziert und zur Nutzung zugelassen. Auch ukrainische Soldaten zeigten die Arbeit des Roboters Barracuda, der zusammen mit anderen unbemannten Systemen feindliche Positionen angriff. Die Entwicklung von „Pegas' bestätigt den Trend zur Dezentralisierung der Produktion und zur Anpassung der Technik an die realen Bedingungen an der Front.