In Kiew wurde erklärt, dass hinter der Serie von Sabotageakten, Attentaten und Explosionen militärischer Objekte in den Ländern der Europäischen Union der Hauptverwaltung des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation (GRU) steht. Dies erklärte laut RBC-Ukraine-Reporten der Leiter des Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation beim Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine, Andrei Kowalenko. Seinen Worten zufolge sind im Ausland mehrere Spezialeinheiten der russischen Militärgeheimdienste tätig, die gegen Europa und die Ukraine eine systematische Sabotage- und Agententätigkeit führen.
Wer ist in Russland für Sabotageakte in Europa verantwortlich
Als Schlüsselstruktur wird laut Einschätzung des NSRV das sogenannte Zentrum 795 genannt – eine Struktur, die angeblich ausschließlich dem Chef des Generalstabs der Streitkräfte der Russischen Föderation, Waleri Gerasimow, unterstellt ist. Genau er stelle, so Kowalenkos Aussage, persönlich die Berichte über die Tätigkeit dieser Einheit für Wladimir Putin zusammen. Damit weist Kiew auf eine direkte Befehlskette hin: von der operativen Einheit über den Generalstabschef bis zum Staatschef.
Systematische Attentatsversuche in der Ukraine
In der Erklärung wird betont, dass die russischen Geheimdienste nicht zum ersten Mal versuchen, ukrainische Beamte, Militärs und Leiter strategischer Unternehmen zu liquidieren. Der Sicherheitsdienst der Ukraine und die Strafverfolgungsorgane führen, wie festgestellt wird, systematisch Spezialoperationen zur Verhinderung solcher Attentate durch, was auf den regelmäßigen und nicht einmaligen Charakter der Bedrohungen hindeutet.
Chronik der verhinderten Attentate
Als Illustration wird eine Reihe aktueller Fälle angeführt. Am 26. August 2026 verhinderten der SBU und die Nationalpolizei einen Terroranschlag gegen den Leiter eines Unternehmens der Verteidigungs- und Rüstungsindustrie in der Oblast Kiew. Im Mai 2026 wurde in Odessa ein Killer festgenommen, der laut Strafverfolgungsbehörden auf Auftrag russischer Geheimdienste handelte und versuchte, einen hochrangigen Beamten der Marine der Ukraine zum „Jahrestag des 9. Mai“ zu töten. Im April 2026 wurde in Kiew ein FSB-Agent entlarvt, der ein Attentat auf einen der Leiter des Verbandes der Arbeitgeber der Ukraine vorbereitete; dem Täter droht lebenslange Haft.
Reaktion der westlichen Partner
Der Kontext der Sabotagetätigkeit der russischen Geheimdienste in Europa wird auch durch die Maßnahmen westlicher Staaten bestätigt. So führten die EU und Großbritannien synchron Sanktionen gegen FSB-Hacker ein, die mit Sabotageakten in Europa in Verbindung stehen, während in Großbritannien für Kontakte zum Freiwilligenkorps der GRU nun lange Haftstrafen drohen. Diese Maßnahmen zeigen, dass der Konflikt mit den russischen Geheimdiensten zu einem systematischen Element der Sicherheitspolitik des Westens geworden ist.
Widersprüchliche Angaben
Gleichzeitig bestehen in den Quellen Abweichungen bei der Zuschreibung der Verantwortung. Die Erklärung des NSRV stellt einen direkten Zusammenhang zwischen den Sabotageakten in der EU und der GRU sowie deren Zentrum 795 her, während in den genannten ukrainischen Attentatsfällen sowohl FSB-Agenten als auch die pauschale Formulierung „russische Geheimdienste“ auftauchen. Die Sanktionen der EU und Großbritanniens richten sich ihrerseits vorwiegend gegen FSB-Hacker. Die Frage „wer genau“ – GRU, FSB oder eine Kombination beider – variiert je nach Vorfall und Quelle, und eine einheitlich öffentlich verifizierte Befehlsstruktur für alle genannten Operationen wird in den offenen Daten nicht dargelegt.