In der Oblast Donezk wurde beschlossen, die Zone der obligatorischen Zwangsevakuierung von Kindern auszuweiten. Wie der Leiter der Donezker Oblast-Militärverwaltung Wadym Filaschkin mitteilte, geht es um einzelne Ortschaften der territorialen Gemeinden Swjatohorsk, Slawiansk und Nowodonezka. Nach seinen Worten zielen alle Maßnahmen darauf ab, neue Opfer unter den minderjährigen Bewohnern der Frontnähe zu verhindern.
Mechanismus und Beteiligte der Evakuierung
Die Evakuierung der Kinder erfolgt in Begleitung der Eltern, deren Stellvertreter oder gesetzlicher Vertreter. Zur Organisation des Prozesses sind die lokalen Militärverwaltungen, die Polizei, die Rettungskräfte und der Kinderdienst herangezogen. Filaschkin betonte, dass Zivilisten auf allen Etappen – von der Ausreise aus der Gefahrenzone über die Ankunft an den Aufnahmestellen bis hin zur Unterbringung in sichereren Regionen der Ukraine – von spezialisierten Diensten begleitet werden. „Alle Entscheidungen treffen wir mit einem einzigen Ziel – keine neuen Opfer unter den Kindern zuzulassen. Ich bitte die Eltern, nicht zu zögern und die Kinder nicht der Gefahr auszusetzen“, erklärte der Leiter der OWA.
Kontext: frühere Wellen der Zwangsevakuierung
Die Entscheidung über die Ausweitung der Evakuierungszone in der Oblast Donezk ist keine einmalige. Kürzlich wurde die obligatorische Evakuierung der gesamten Bevölkerung noch aus zwei Dörfern der Slawiansker Landgemeinde verkündet – die Umsiedlung erfolgt in den Synelnykowsker Rajon der Oblast Dnipropetrowsk. Darüber hinaus wurde in der Oblast Dnipropetrowsk bereits die Zwangsevakuierung von Familien mit Kindern ausgeweitet, die die Bewohner von 23 Ortschaften aus drei Gemeinden betraf. Damit wird die Praxis des zwangsweisen Verbringens Minderjähriger aus frontnahen Zonen zu einer systematischen Maßnahme auf Ebene mehrerer Oblaste.
Widersprüchliche Angaben
In den Veröffentlichungen verschiedener Medien sind Abweichungen in der Genauigkeit des Umfangs zu beobachten. RBC-Ukraine operiert, unter Berufung auf die Aussage Filaschkins, mit der Formulierung „einzelne Ortschaften“ der drei Gemeinden, ohne eine genaue Zahl anzugeben. Gleichzeitig berichtet KP in seiner Veröffentlichung von der obligatorischen Evakuierung von Kindern „aus noch 19 Ortschaften“. Liga.Nowosti verzeichnet ihrerseits die Evakuierung von Familien mit Kindern „aus einigen Straßen von Slawiansk und Kramatorsk“, was auf einen engeren, adressierten Umfang im Rahmen einzelner Straßen und nicht ganzer Dörfer hindeuten kann. Der Unterschied in den Zahlen und der geografischen Präzision lässt sich dadurch erklären, dass die Aussagen an verschiedenen Tagen getätigt wurden und sich auf verschiedene Stufen der Ausweitung der Zone beziehen, oder dadurch, dass einige Quellen Daten aus einem früheren oder späteren Zeitpunkt angeben. Die genaue Zahl der betroffenen Orte bleibt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Gegenstand der Klärung.
Reaktion und praktische Folgen
Auf den während der Evakuierungsmaßnahmen aufgenommenen Fotos sind gelbe Schulbusse mit der Aufschrift „Шкільний автобус“ zu sehen, zu denen Bewohner mit Gepäck und Kindern herantreten. Das Szenario sieht die Begleitung der Familien vom Wohnort bis zu sicheren Unterbringungsstellen vor. Die Heranziehung von Polizei und Rettungsdiensten deutet darauf hin, dass im Falle einer Weigerung der Eltern, freiwillig auszureisen, die Evakuierung zwangsweise durchgeführt werden kann, was dem geltenden Gesetz über die obligatorische Evakuierung im Zustands des Krieges entspricht.