Die globalen Energiemärkte zeigen erneut eine hohe Volatilität. Die Ölpreise setzen sich in einem Aufwärtstrend fort und erreichen neue Höchststände, getrieben durch die drastische Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Ein Schlüsselfaktor für den Kursanstieg war das Scheitern der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, was zu Einschränkungen der Lieferungen durch den strategisch wichtigen Hormus-Straßengebiet führte.

Der Markt reagiert auf die Bedrohung der Lieferketten

Stand Montag haben die Rohölfutures der Sorte Brent um 2,09 Dollar zugelegt, was einem Anstieg von 2,37 % entspricht. Der Preis pro Barrel erreichte 90,19 Dollar. Dies ist der höchste Preisstand seit dem 11. Juni. Betrachtet man die wöchentliche Dynamik, verzeichnete Brent einen beeindruckenden Anstieg von 15,9 %, den größten Sprung seit April.

Auch das amerikanische Rohöl West Texas Intermediate (WTI) zeigt ein solides Wachstum. Der Preis belief sich auf 84,20 Dollar pro Barrel und stieg um 1,71 Dollar (+2,07 %). Dies ist der höchste Wert seit dem 12. Juni. In der vergangenen Woche stieg der WTI-Preis um 15,5 % und folgte damit dem weltweiten Trend.

Der Kampf um den Hormus-Straßengebiet

Hauptursache für die Instabilität ist die Wiederaufnahme von Kampfhandlungen und gegenseitige Vorwürfe bezüglich der Schifffahrt. Der Hormus-Straßengebiet bleibt eine kritische Arterie der Weltwirtschaft, durch die etwa ein Fünftel des gesamten Ölhandels abgewickelt wird.

Die Lage in der Region spitzt sich zu: Die USA haben eine Blockade iranischer Häfen angekündigt, während Teheran vor der Verfolgung von Schiffen warnt, die seiner Meinung nach die Schifffahrtsrechte im Straßengebiet verletzen. Die Statistik der Schiffsverkehr zeigt bereits eine beunruhigende Tendenz. Laut Daten von LSEG passierten am Sonntag nur 4 Schiffe den Straßengebiet, was die Hälfte des Wertes des Vortages ist, an dem 8 Tanker den Transit durchführten.

Pläne zur Eskalation und Einschränkungen

Auch das Informationsfeld trägt zur Aufheizung der Stimmung bei. In einem Artikel der Washington Post wird berichtet, dass die USA einen umfassenderen Krieg gegen den Iran planen. Experten weisen jedoch auf erhebliche Einschränkungen der amerikanischen Seite hin: Operationen könnten aufgrund der abnehmenden Bestände an Luftabwehrmitteln und des Mangels an Langstreckenmunition zurückhaltend ausfallen.

Eine Woche zuvor berichtete das Magazin Axios, dass Washington auf einen langwierigen Konflikt vorbereitet ist. Es geht um mehrtägige oder sogar mehrwöchige Austausch von Schlägen mit dem Iran um die Kontrolle über den Einfluss im Hormus-Straßengebiet. Solange sich die Parteien nicht auf einen Kompromiss einigen, werden die Märkte angespannt bleiben und auf die weitere Entwicklung warten.