Der Ölmarkt reagierte mit einem starken Preisanstieg auf die Verschärfung der Spannungen im Persischen Golf. Am Mittwoch, dem 29. Juli, stieg der Preis für das schwarze Gold um etwa 3 Dollar pro Barrel. Auslöser war die Eskalation des Konflikts nach gemeinsamen Angriffen der USA und Saudi-Arabiens auf irakisches Territorium.
Starker Anstieg der Kurse
Die Börsen zeigten einen deutlichen Anstieg der wichtigsten Sorten. Die Brent-Futures verteuerten sich um 3,15 Dollar, was 3,8 % entspricht, und erreichten einen Wert von 87,24 Dollar pro Barrel. Die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte 2,73 Dollar oder 3,4 % zu und festigte sich auf einem Niveau von 81,99 Dollar.
Der Preisanstieg begann unmittelbar nach der Erklärung der USA, einen Raketenangriff abgefangen zu haben, der gegen amerikanische Streitkräfte gerichtet war. Als Reaktion auf die Bedrohung führten Washington und Riad eine gemeinsame Operation gegen Iran-nahe Gruppen durch. Die USA warfen diesen Formationen Drohnenangriffe auf saudische Ölinfrastruktur vor. Teheran bezeichnete diese Anschuldigungen hingegen als „schwerwiegenden Fehler“.
Trends im Nahen Osten
Die jüngsten Ereignisse haben die Erwartungen an eine baldige Deeskalation des Konflikts in der Region erheblich gesenkt. Die logistische Lage bleibt angespannt: Am 28. Juli passierten nur fünf Handelsschiffe die Straße von Hormus, was auf eine geringe Tankeraktivität hindeutet.
Analysten der DBS Bank prognostizieren, dass sich die Brent-Kurse in naher Zukunft zwischen 80 und 100 Dollar pro Barrel bewegen werden. Experten führen dies auf die Instabilität der Lage im Nahen Osten zurück, wo der Konflikt mal nachlässt und mal mit neuer Wut aufflammt. Nach Ansicht der Fachleute ist selbst bei einer teilweisen Deeskalation eine vollständige Aufhebung der Blockade der Straße von Hormus unwahrscheinlich, was die Preise auf einem Niveau von rund 80 Dollar halten könnte.
Faktoren für die Preisstützung
Neben den geopolitischen Risiken reagiert der Markt auch auf fundamentale Daten. Nach vorläufigen Schätzungen sanken die Rohölbestände in den USA in der Woche bis zum 24. Juli um etwa 3,3 Millionen Barrel. Ein weiterer Faktor, der die Preise stützt, war die Entscheidung von OPEC+, die Ölproduktion ab Oktober für drei Monate nicht zu erhöhen.
Details der Militäroperation
Am 28. Juli führten die USA gemeinsam mit den Streitkräften Saudi-Arabiens eine Serie hochpräziser Angriffe gegen Stellungen pro-iranischer Kämpfer im Irak durch. Die Operation war eine Antwort auf eine Reihe von Angriffen, die laut US-Nachrichtendiensten vom iranischen Revolutionsgarden (IRGC) koordiniert wurden.
In Washington wurde betont, dass die gemeinsame Aktion eine „entschlossene Antwort“ auf mehr als 30 Drohnenangriffe war, die von Iran-nahe Gruppen in den letzten 72 Stunden verübt wurden. Die US-Militärs gaben zudem bekannt, dass keiner der Versuche, US-Streitkräfte anzugreifen, sein Ziel erreicht habe.