Die Energiemärkte reagierten am Mittwoch, dem 23. Juli, mit einem starken Preisanstieg auf die Verschärfung der geopolitischen Spannungen im Nahen Osten. Investoren fürchten eine mögliche Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sowie reale Bedrohungen für die Schifffahrt in wichtigen globalen Meerengen.

Starker Anstieg der Kurse

Die Rohölfutures der Sorte Brent verteuerten sich um mehr als 2 % und überstiegen die psychologisch wichtige Marke von 96 Dollar pro Barrel. Dies ist der höchste Preis für das „schwarze Gold' seit sechs Wochen. Auch die WTI-Rohölpreise zeigten einen deutlichen Anstieg von fast 2 % und erreichten 88,5 Dollar pro Barrel. Bemerkenswert ist, dass dieser Wert bereits in der vorherigen Handelssession um 3 % gestiegen war, was auf eine wachsende Panikstimmung an den Märkten hindeutet.

Doppelte Bedrohung für die Schifffahrt

Haupttreiber des Anstiegs waren Befürchtungen über gleichzeitige Lieferunterbrechungen durch zwei strategisch wichtige Engpässe – die Straße von Hormus und den Bab-el-Mandeb. Die Situation wird durch die Aktionen der jemenitischen Huthis verschärft, die eine Operation gegen zwei saudisch-arabische Öltanker angekündigt haben. Zudem zwang die Gruppe etwa 10 Schiffe dazu, den Anlauf saudischer Häfen abzubrechen.

Die Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthis im Roten Meer stellt eine direkte Bedrohung für die globalen Energielieferungen außerhalb des Persischen Golfs dar. Parallel dazu warnte der Revolutionsgarden (IRGC) Reedereien davor, dass die südliche Route durch die Straße von Hormus vermint sei, was die Passage für Schiffe extrem riskant macht.

Eskalation des Konflikts zwischen USA und Iran

Trotz eines unterzeichneten Waffenstillstands-Memorandums nehmen die Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran nicht ab. US-Truppen greifen täglich Stützpunkte und die militärische Infrastruktur der iranischen Armee an. Als Reaktion darauf hat die von Iran unterstützte Huthi-Gruppe ihre Bereitschaft zu einer weiteren Eskalation des Konflikts bekundet.

US-Präsident Donald Trump hat gestern eine harte Erklärung abgegeben und versprochen, dass die US-Streitkräfte angemessen auf iranische Angriffe in der Straße von Hormus reagieren werden. Washington droht offen mit Angriffen auf die Energie- und Transportinfrastruktur des Iran.

Position der Verbündeten

Während sich der Konflikt ausweitet, äußern die US-Verbündeten im Nahen Osten Unmut über die Intensivierung der Militäroperationen gegen den Iran. In der Region wird erwartet, dass Donald Trump entschlossener vorgehen und „alles auf eine Karte setzen' sollte, um das Problem endgültig zu lösen, anstatt sich auf punktuelle Vergeltungsschläge zu beschränken.