Die Energiemärkte haben mit einem drastischen Preisanstieg reagiert, ausgelöst durch die Wiederaufnahme aktiver Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Am Montag, dem 13. Juli, verzeichneten Ölfutures ein aggressives Wachstum, das die Befürchtungen der Anleger vor einer möglichen Sperrung des kritisch wichtigen Hormusstreits widerspiegelt.

Drastischer Kursanstieg

In der Nacht zum Montag spitzte sich die Lage in der Region zu einem kritischen Punkt zu. Gegenseitige Angriffe durch amerikanische und iranische Streitkräfte stellten eine direkte Bedrohung für die logistischen Lieferketten dar. Die Reaktion der Börsen war sofort und eindeutig:

  • Die Futures für Rohöl der Sorte Brent stiegen um 3,92 % und erreichten einen Wert von 78,99 US-Dollar pro Barrel.
  • Amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 3,44 % und stabilisierte sich auf einem Niveau von 73,87 US-Dollar pro Barrel.

Kettenreaktion von Angriffen

Auslöser für die Verschärfung waren Ereignisse am Wochenende. Der Iran griff ein Schiff an, das sich, so die Angaben aus Teheran, auf einer nicht autorisierten Route befand. Dies provozierte eine Gegenreaktion Washingtons, das daraufhin Ziele auf iranischem Territorium angriff. Der Iran antwortete seinerseits mit Angriffen auf Katar und die VAE. In der Nacht setzten die gegenseitigen Attacken fort, wodurch sich die Situation zu einer vollen Eskalation des Konflikts entwickelte.

Krise im Hormusstreit

Am Sonntag erklärte der US-Präsident Donald Trump, der Hormusstreit bleibe für den kommerziellen Schiffsverkehr offen. Diese Aussagen stehen jedoch im starken Kontrast zur tatsächlichen Lage auf dem Wasser. Zuvor hatte der Iran die Schließung des Streits nach dem Vorfall mit dem Beschuss eines Schiffes angekündigt.

Daten des Schiffstracking-Systems Kpler bestätigen einen beunruhigenden Trend: Am Sonntag passierten lediglich 6 Schiffe den Streit. Dies ist der niedrigste Wert seit fünf Wochen und deutet auf einen faktischen Zusammenbruch der Logistik in der Region hin.

Das Scheitern diplomatischer Hoffnungen

Die aktuelle Eskalation wirft ernsthafte Zweifel an der Zukunft des vorübergehenden Abkommens zwischen den USA und dem Iran auf, das im vergangenen Monat unterzeichnet wurde. Das Dokument sollte die Wiedereröffnung des Streits gewährleisten und einen Waffenstillstand von 60 Tagen für Verhandlungen sicherstellen. Es scheint, als wäre dieser diplomatische Manöver wirkungslos gewesen.

Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) stiegen die weltweiten Öllieferungen nach Abschluss des Deals im Juni um 4,1 Millionen Barrel pro Tag. Selbst unter Berücksichtigung dieses Anstiegs liegen die Liefermengen jedoch immer noch 9,4 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau. Die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen droht diese Erfolge zunichte zu machen.