In Washington nähert sich ein kritischer Wendepunkt in den Beziehungen zu Teheran. Der US-Präsident Donald Trump neigt zu einer radikalen Ausweitung der Militäroperationen im Iran. Diese Entscheidung ist das Ergebnis einer Reihe intensiver Briefings mit hochrangigen Beamten, die in den letzten Tagen stattfanden.
Pläne zur Eroberung von Territorien und Angriffen auf die Infrastruktur
Laut Quellen der Wall Street Journal werden Szenarien diskutiert, die den Verlauf des Konflikts grundlegend verändern könnten. Am Abend des 14. Juli fand im Lagezentrum des Weißen Hauses eine geschlossene Sitzung statt, in der Optionen zur Eroberung strategisch wichtiger Gebiete erörtert wurden.
Insbesondere wurde über eine mögliche militärische Besetzung der Insel Harg und anderer Abschnitte entlang der Straße von Hormus gesprochen. Dieser Schritt würde es den USA ermöglichen, die wichtigsten Seewege zu kontrollieren, über die der Iran Öl exportiert.
Neben Bodeneinsätzen wurde auch die Möglichkeit von Luftangriffen auf bisher nicht angegriffene Ziele diskutiert. Auf der Prioritätenliste steht der Tunnelkomplex am Berg Pikaks, der laut Geheimdienstinformationen mit dem Atomprogramm des Irans in Verbindung steht. Auch ein Angriff auf Energieanlagen des Landes wird erwogen.
Diplomatisches Sackgasse und Verweigerung der Kapitulation
Grund für die Eskalation war das Scheitern diplomatischer Bemühungen. Trotz mehrwöchiger Militärschläge ging Teheran nicht auf Zugeständnisse ein. Der Iran lehnte Trumps Forderung nach Übergabe des Atomarsenals ab und verzichtete auf eine vorübergehende Vereinbarung, die es dem Land ermöglicht hätte, Öl legal auf dem Weltmarkt zu verkaufen.
Als Reaktion auf diese Sackgasse forderte der US-Präsident seine Berater auf, neue Eskalationsoptionen vorzubereiten. Ziel ist es, den Iran zur Kapitulation zu zwingen oder zumindest ein Ende der Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu garantieren.
Vorsicht und Risiken
Trotz der aggressiven Rhetorik hat Donald Trump noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Regierungsbeamte betonen, dass der Präsident die Option des Einsatzes von Bodentruppen nur ungern in Betracht zieht. Zuvor war er bereits mehrfach von seinen öffentlichen Drohungen zurückgerückt, einschließlich der Pläne zur Besetzung der iranischen Ölindustrie.
Dennoch, wenn die Pläne zur Ausweitung des Krieges genehmigt werden, wird der Konflikt seine gefährlichste Phase erreichen. Dies würde die USA noch tiefer in die eskalierende Krise im Nahen Osten verwickeln, was unweigerlich zu steigenden Energiepreisen führen und für die Republikaner vor den Zwischenwahlen ernste Probleme schaffen würde.
Zur Erinnerung: Am 10. Juli informierte der US-Präsident den Kongress offiziell über die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im Iran. Anschließend kündigte Washington die Wiederherstellung der Blockade iranischer Häfen und die Absicht an, die Straße von Hormus unter Kontrolle zu bringen.