Die globalen Ölmärkte reagierten mit einem starken Preisverfall auf die Nachrichten über eine vorübergehende Einstellung der Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Am Wochenende setzten beide Seiten die Angriffe aus, was zu einem Rückgang der Futures für wichtige Rohölsorten führte. Trotz der diplomatischen Pause verläuft die Wiederherstellung des Schiffsverkehrs in den strategisch wichtigen Meerengen jedoch extrem langsam.

Starker Rückgang der Kurse

Während der Handelssession verloren die Brent-Öl-Futures 5,70 Dollar und fielen um 5,9 % auf 91,08 Dollar pro Barrel. Die Preisgrenze von 90 Dollar wurde kurzzeitig unterschritten. Auch das US-amerikanische Rohöl West Texas Intermediate (WTI) verzeichnete einen Rückgang: minus 4,80 Dollar oder 5,4 % auf 84,51 Dollar pro Barrel.

Experten führen den Kurseinbruch auf die Erwartung einer Stabilisierung der Lage im Persischen Golf zurück. Investoren, die zuvor vor Lieferstörungen aufgrund der Eskalation des Konflikts befürchtet hatten, begannen, Gewinne zu realisieren und ihre Prognosen zu überarbeiten.

Grund der Pause: Diplomatie und Raketenmangel

Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, bestätigte, dass Präsident Donald Trump die Entscheidung getroffen habe, den Angriff auszusetzen. Nach seinen Worten soll dies Raum für diplomatische Verhandlungen schaffen.

Zuvor hatten Medien jedoch berichtet, dass die großangelegte Operation gegen den Iran aufgrund eines Mangels an Patriot-Abwehrraketen verschoben wurde. Die US-Militärs erklärten dies mit einem Mangel an Luftabwehrmitteln, obwohl Trump selbst öffentlich jegliche Probleme mit Munition bestritt.

Schiffsverkehr im Ormus-Streifen: Langsame Erholung

Trotz der Pause in den Kampfhandlungen erholen sich die logistischen Prozesse in der Region mit Verzögerung. Laut Daten der Analytikfirma Kpler passierten am Wochenende täglich weniger als zehn Handelsschiffe den Ormus-Streifen. Dies liegt deutlich unter dem üblichen Verkehrsaufkommen und deutet auf weiterhin bestehende Risiken für globale Lieferketten hin.

Reaktion Kiews: Der Iran ist bereits im Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass der Iran faktisch am Krieg gegen die Ukraine teilnehme – durch die Lieferung von „Schahed“-Drohnen an Russland und die Technologien zu deren Herstellung. Nach seinen Worten versucht Kiew, keine neue Front zu eröffnen, sei aber auf eine Verschärfung der Bedrohungen durch Teheran vorbereitet.

Somit bleibt das geopolitische Spannungsniveau auch bei einer vorübergehenden Pause im direkten Konflikt zwischen den USA und dem Iran hoch, und seine Auswirkungen wirken weiterhin auf die Weltmärkte und die Sicherheit der Seewege nach.