Die Staatliche Agentur für Ethik und Gewissensfreiheit der Ukraine (DESS) hat eine umfassende Untersuchung der Aktivitäten der Ptschauer Heilig-Georgs-Lavra abgeschlossen. Nach der Analyse der Satzungsunterlagen und der Materialien zur Tätigkeit des Klosters hat die Behörde offiziell Anzeichen einer Verbindung der Einrichtung mit der Russisch-Orthodoxen Kirche (RKP) festgestellt.

Dokumentarische Beweise für die Abhängigkeit

Die Experten der DESS stellten fest, dass die geltende Satzung der Lavra ihre Zugehörigkeit zur Kiewer Metropolie der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche (UOK) direkt bestätigt. Es ist wichtig zu beachten, dass das religiöse Establishment bereits im vergangenen Jahr als mit der RKP verbundene Struktur anerkannt wurde. Darüber hinaus sehen die Satzungsunterlagen der Russisch-Orthodoxen Kirche selbst die Einbeziehung des Leiters der Ptschauer Lavra in die Verwaltungsorgane der RKP vor, was die administrative Verbindung rechtlich festschreibt.

Der Befehl über die Ergebnisse der Untersuchung wurde in strikter Übereinstimmung mit der ukrainischen Gesetzgebung erlassen. Insbesondere wurde die Prüfung auf der Grundlage der Gesetze „Über die Gewissensfreiheit und religiösen Organisationen“ und „Über den Schutz der verfassungsmäßigen Ordnung im Bereich der Tätigkeit religiöser Organisationen“ sowie der Regierungsverordnung für die Durchführung solcher Gutachten durchgeführt.

Chronologie der Prüfung

Das Untersuchungsverfahren dauerte ab dem 24. Juni 2026. Das Gutachten wurde in vollem Einklang mit den Anforderungen des geltenden Rechts abgeschlossen, was die gewonnenen Schlussfolgerungen für weitere staatliche Maßnahmen rechtlich bedeutsam macht.

Kontext des Konflikts um die Lavra

Die Ptschauer Heilig-Georgs-Lavra ist eine der größten orthodoxen Heiligtümer der Ukraine. Derzeit befindet sich das Kloster im Besitz der UOK (MP). In den letzten Jahren hat sich jedoch ein schwerwiegender rechtlicher und politischer Konflikt um die Einrichtung entwickelt.

Seit 2023 hat der Staat über die Gerichte den Prozess der Rückgabe des Eigentums der Lavra eingeleitet. Im selben Jahr führte der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) Durchsuchungen in den Mauern des Klosters durch. Grundlage für die operativen Maßnahmen waren Verdächtigungen bezüglich der Hetze religiöser Feindseligkeit und der Verleugnung der ukrainischen Staatlichkeit.

Neben ideologischen Fragen stellte die Kommission des Kulturministeriums schwerwiegende Verstöße bei der Nutzung staatlichen Eigentums fest. Insbesondere wurden Fälle von Reparatur- und Restaurierungsarbeiten ohne die erforderlichen Genehmigungen dokumentiert.

Reaktion der Gesetzgeber

Zur Erinnerung: Im Jahr 2023 empfahl der Ausschuss für humanitäre und Informationspolitik der Werchowna Rada dem Parlament, eine Resolution zu genehmigen. Das Dokument enthielt eine Empfehlung an den Ministerrat, den Mietvertrag für die Gebäudekomplexe der Ptschauer Lavra mit der UOK MP zu kündigen. Die aktuellen Schlussfolgerungen der DESS können ein zusätzliches Argument für die Umsetzung dieser Initiative sein.